32Aus dem alten Viersen.schreibers Bücken dadurch hervor. Die Wohnungen hatten dieLehrer allzeit frei.Die bis 1824 an der Kirche gelegene Dorfer Schule sowiedie übrigen Schulgebäude waren sehr einfach, mit Schauf gedecktund wurden aus der Gemeindekasse unterhalten. Ein stereotyperPoſten im Gemeindebudget bildet die Reparatur der Fenſter-scheiben oder „Rauten“, die auch damals für unsere Jugend einbeliebtes Angriffsobject bildeten. Die innere Einrichtung warwohl dieselbe wie heute. 1773 finden wir die Reparatur eines„Schollmeesters Stoel“ im Rintgen mit zwölf Stüber und 1737die Herstellung eines Schragens zur Aufstellung der Tafel miteinem Gulden, einem Stüber und einem Deut berechnet.In der Disciplin wurden die Lehrer kräftig unterstützt. Sowird 1792 am 17. Januar ein junger Mann, weil er den Lehrerder deutschen Schule Antoin Heimes, der seine jüngere Schwesterwegen Unruhe im christlichen Unterricht bestraft, insultirt hatte,dazu verurtheilt, „eene Uire (Stunde) lang in de Huysdeure vande School te knyen houdende in de Hand een Eys of SneeklotzBeachtenswerth, weil zur Erneuerung zu empfehlen, ist das Ver-bot des Maire vom 19. Floréal des achten Jahres der Republik,die Kinder, anstatt sie in die Kirche zu schicken, „wie Wilde“ aufdem Kirchhofe umherlaufen und die Leute durch Steinwürfe imGebete ſtören zu laſſen.Für die Grundlegung zu höhern Studien war durch die demPfarrer Gerhard Pontanus ihre Stiftung verdankende lateinischeSchule gesorgt, welche in dem Berichte des Maire Preyer vom29. August 1809 eine sehr warme Anerkennung findet. Dieanderwärts angeführten Namen der daran beschäftigten geistlichenLehrer weiß ich nur um den eines Wilh. Jynkertz (1705) zu ver-mehren, der gleich seinem Verwandten, dem Vicar S. Petri etS. Jacobi Paul Jynkertz (1670. 1676) 1686 und 1697 alsPfarrvikar erwähnt wird. In der Fortführung des Studiumkamen den Studierenden die ten Neigen'sche (1555) und Weyera-nische (1627) Stiftungen speziell für Viersener, ferner die soge-nannte Jakobs'sche, durch Wilhelmus Petri Süchtelensis undLaurentius de Raep gestiftet, zu Hülfe. Auch die für aus demGelderland gebürtige Studenten von Gerard Matthysius, Regensam Montaner Gymnasium in Köln für Theologen an der Mon-taner Burse (1572) und von Johann van Swolgen für sechsTheologen, sechs Canonisten und zwölf Philosophen (1587) ge-stifteten Stipendien wurde von Viersenern mehrfach benutzt. Derbesuchteste Studienort war Köln. Auch werden Ruremonde undVenlo als solche erwähnt. So verklagt 1681 der Venloer BäckerHendrick Wamers Thomas Pastors aus Viersen auf 19 Gulden15 Schilling 3 Deut für geliefertes Brod, welches dessen, Sohn,
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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