Schule und Unterricht.27Nebenbei wurden auch dieden gerichtlich angesprochen werden.Markttage der Nachbarorte fleißig besucht, so die von Süchteln(Peter und Paul), Gladbach (Mitfasten), sogar von Odenkirchen(Maria Geburt) und Neerstraten. Die Sebastianus=Bruderschaftwird in einem andern Capitel ihre Besprechung finden, doch seibemerkt, daß nach einer Notiz des Maire Preyer 1814 jährlichim Busche ein Vogelschießen stattfand, wobei man sich statt derStange eines Baumes bediente.Siebentes Capitel.Schule und Unterricht.Der Stand der Schulbildung war ein mit Zeiten wechseln-der. Während im Jahre 1700 unter 194 Geerbten zwanzigwaren, die ihren Namen nicht schreiben konnten, und unter denSchöffen des Jahres 1691, allerdings dem intelligenteren Theilder Bürgerschaft, ein Drittel Procent diese Fähigkeit nicht besaßwaren 1808 nach dem Berichte des Maire bei einer Einwohner-zahl von ungefähr 5500 Seelen, 4441 nicht im Stande zu lesennoch zu ſchreiben.Bis in die Zeit der französischen Occupation hinein war dasNiederdeutsche die officielle Geschäftssprache. Die Kinder wurdennur in dieser unterrichtet, und ausgenommen die Schriftstücke,welche für Fremde, des Niederdeutschen nicht Kundige berechnetwaren, so die Geleitsbriefe und literae testimoniales, wurden alleöffentliche Ackten in ihr abgefaßt. Wer „eenen hochteutschen Steylſchrieb oder ſprach, wurde für „eenen grooten Naasweiſer“ ge-halten (1680). Viersen zeichnete sich durch diese Anhänglichkeitan den heimischen Dialekt vortheilhaft vor anderen GeldrischenStädten aus. Einzelne der letzteren bildeten, wenigstens was dieAmts⸗ und Schulſprache anbetrifft, wie z. B. Lobberich, in demniederdeutschen Gelderlande hochdeutsche Sprachinseln. Von frem-den Sprachen wurde neben dem Holländischen und Lateinischenviel Werth auf das Französische gelegt. Briefe mit französischerAdresse waren selbst im Binnenlande nicht selten, und die Mit-glieder der besseren Familien, so die Menghius, Bücken, correspon-dirten vielfach in diesem ausländischen Idiom miteinander. Beider Annäherung des russischen Heeres 1815 wird es ausdrücklichsthervorgehoben, daß sich glücklicherweise Jemand unter der Bürger-schaft befunden, der des Russischen mächtig gewesen, ein gewisser
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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