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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Entstehung
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Aus dem alten Viersen.rechtigkeit und Lasten“ in dem noch im Stadtarchiv aufbewahrten„Lyffgewynsboeck“ von 1663. Hier heißt es: „Dit ist von derKost Sent Andrischen tho Viersen und vort drey anderen Tagendurch dat (Gericht). In den Ersten auf St. Andriestagh und deseersten Tagh... soll man die Kost don des Mittagh und auch desAbendts Amptluuden und Scheepen Pastoren und seinem Capelaenund den offereren vahn guetter Speisen und guett Bier und desAvents sollen der Schepen Knaben kommen und den Knaben sollman vor dem Aventseten ein goede Zopp maken vahn schonemBrod und darop malyck ein guet Stuck Fleis und gut Bier dazuund die Zopp sollen die Knaben stande eten, sollen niet sitten, undoff (Fasten) dagh wehre, so mag man malyck einen Herinck op dieZopp legen off des gelyckens und des Avent's over der Knabentaffelsall man den Knaben Bier zu drincken geven und (gein Weinvahn) rechtswegen. Dann als man gegeten heeft, of dan die Knabenkommen by har Heren die Schepen, so mogen die Schepen harenKnaben Wein schenken van haren Handt; und fort soll der Decken,datt ist ein Bode des Kirspels, off de Spende beschloten wohre,einen Schottel haffen van Wein und Bier und van Brod, und sollstaen (ahn) der Schepentafel und drinken, und wat den Schepengebricht, dat soll der Bode den Schepen langen, dat sie genochhaffen over Tafel und over Maltyt. Vort so ist der AmptluydenRecht, off sie es (verlangen), dat haren Perden sall geven Ruh-foder de twee (Dagh) niet mehr. Item auff St. Andriesdaeglauff des nechsten Tags darnahr als einig Man kumpt und bringtsein Driesgelt, dem sal der Decken, dat is der Bode, Beir schen-ken einen Drunk und wer langer bleft, der muß sein Bronkengelden, und dit Dienstgelt St. Anderismissen sind die Schepenschuldig op toe heven zu der Herrn behoff von St. Gereon. Vndvordt in den Jahr sind noch andere drei Tagh als St. Plasius,Urbanus und Martinustag, so sall man den Schepen vahn ViersseEten geven, gewohnlich Mittelkost des Morgens und des Aventzund Bier vahn dem besten, dat in dem Kierspel zu drinken geven,und off ein Schultis selver goett Bier haffen als in den Kierspel,darmit mach hey volstaen, und der Decken, dat is des KierspelsBode, den ſall mit darby ſein Morgens und Avendts, und zudiesen drey Tagen gehoren die Amptleuden, noch der Pastor, oderſein Caplaen noch der Offerman nicht.Die hier angegebenen Gerichte gehörten allerdings zu einemfestlichen Schmause, wie man ihn im sechszehnten und siebenzehn-ten Jahrhundert zu halten pflegte; einen einzelnen Gebrauch fin-den wir aber auch im gewöhnlichen Leben wiederkehren, das Be-stehen des Abendessens in einer Bier= und Brodsuppe. DesMorgens wurde zum Kaffee eine tüchtige „Brügge offte Botter-ham“ gegessen, wie es in einer Urkunde von 1742 heißt. 1794