Hauswesen.stand der „Getouw“!) oder Webstuhl, ferner ein Tisch und einigemit Schemelen für die jün-Stühle; daneben „het Spinnraedt“geren Frauen oder einem „Seetel“ für die „Beſtemoeder“. Anden Wänden hingen einzelne „Schildereiken“, entweder die vierEvangelisten, ein Jagdstück oder den alten Fritz darstellend, wiesie häufiger in den Versteigerungs=Inventaren beschrieben werden.In größeren Häusern fand man dagegen in der Wohnstube„groote ſpaniſche Stoelen met Kuſſen“. In dem „Voorhuys“oder der „Keucken“ fiel zuerst der Blick auf den offenen Heerdmit der „Hehl“, dem „Hanckeyser“, dem „Holtkastjen“ und dem„Speulsark“. An „Knoppen of Latten“ hingen die eisernen oderkupfernen „Keetel ende Keetelgen“ und die Kuchenpfanne. Indem zur Seite stehenden „rood of blaw geverfden Schottelschaep“ſtanden die ſteinernen oder zinnernen Tiſchgeräthe. Die Kaffee-kanne war zumeist von Zinn oder Kupfer. Selbst in den In-ventaren bei Mobilarversteigerungen besserer Familien finden sich„poſtelyne“ Geſchirre äußerſt ſelten. Die Ausrüſtung der Schlaf-cabinete ließ, wie vielfach noch heute, in den Weberwohnungenviel zu wünschen übrig. Ein Strohsack, dito Kissen und einegeflickte Decke, noch dazu in dem unordentlichſten Zuſtande, bildetenden dürftigen Inhalt der „Bedtstaedt“ oder des „Sloepkastens“Die besser situirten Einwohner aber hatten ihre „bövenste Bedder“„onderste Bedder“, ihren „veeren (federnen) Sack“, ihre „Laeckens“„Kussens“, „Bedteekens“ und „Kusteekens“. Auf den Schlaf-kammern stand die ebenfalls roth oder blau gefärbte Kiste mitden „linen und wulle Cleedern“ nebst dem „Buydel gelts“ oderdem „Spaerpott“. Bei Aermern war allerdings der Inhalt der-selben auch dürftig, bei den Reichern aber finden wir darin nebstden Hemden, dem festlichen „Rylyff“ (Reihleibchen), den „Mou-wen“, Röcken, Hosen und Strümpfen die Laken, Handtücher.Servietten und Tafelgedecke. Unter dem Gebild liebte die Vier-sener Hausfrau besonders „Kartenblatt of Dobbelstein“, von demsie gern einiges in Vorrath hatte.Bei den meisten Häusern war ein kleines Hintergebäude oder„Backhuys“, in welchem gewöhnlich etwa vorhandene überflüssigeMitglieder der Familie, waren es nun die Großeltern, „Beste-vaeder en Bestemoeder“, oder eine „Meune“ (Tante), oder „Schoon-suster of Schoonbroeder“ (Schwager), oder „Schoondochter ofSchoonsoon“ (Schwiegerkinder) einquartiert wurden. Nicht sel-tener war auch das Eigenthumsrecht auf ein Haus unter mehrereFamilien getheilt und fanden deshalb auch Verkäufe „van eenGetouw bedeutet: „jedes Geräth als Mittel zur Arbeit und zum Er-werb.“ So heißt „Landgetau“ ein großer Frachtwagen, der über Land fährt;davon „Landgetauer“, Fuhrleute. Aeltester Fundort des Wortes ist das Wer-dener Heberegister aus dem 11. Jahrhundert: alla thia budin geto. Vergl.Germania, Vierteljahrsschrift für deutsche Alterthumskunde, 1873, S. 219.
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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