Druckschrift 
Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

266

war daher der Luftzug etwas zu lebhaft.

Also cr,suchte er nach der Ablösung den Unterofficier, obsnicht besser wäre, wenn man diese Deffnungen mitein paar Brettlein vernagelte.Der Unterofficier strichden Bart und sagte: Nein das geht nicht an, wegendem Winter. Im Winter kommen Ermel hinein, imSommer ists ein Camisol. Also streckte der Rekrut,als er wieder auf den Posten kam, die Hände hin-durch, und sagte, iezt sey er erst gern Militär, weiler sehe, daß man doch auch für die Bequemlichkeitdes Mannes sorge.

Wie der ZundelFrieder eines Tages aus dem Zuchtshaus entwich und glücklich über die Gränzen kam.

Eines Tages als der Frieder den Weg aus demZuchthaus allein gefunden hatte, und dachte: ,, ichwill so früh den Zuchtmeister nicht wecken," und alsschon auf allen Straßen Steckbriefe voran flogen, geslangte er Abends noch unbeschricen an ein Städtleinan der Gränze. Als ihn bier die Schildwache anhalten wollte, wer er sey, und wie er hieße, undwas er im Schilde führe;„ Könnt ihr polnisch? cfragte herzhaft der Frieder die Schildwache. DieSchildwache sagt:„ Ausländisch kann ich ein wenig,ja! Aber polnisches bin ich noch nicht darunter geawahr worden." Wenn das ist," sagte der Frieder,so werden wir uns schlecht gegeneinander explicirenkönnen. Ob kein Officier oder Wachtmeister amThor sey?" Die Schildwache holt den Thorwach-ter, es sey ein Polack an dem Schlagbaum, gegen.den sie sich schlecht expliciren könne. Der Thorwach