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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
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man euch sagen und wohl bezahlen." Eine Kutssche zur Reise stand auch schon vor der Hausthüre.Der Scharfrichter dachte:„ das ist meines Amts,und setzte sich in die Kutsche. Als er noch eine Stunde herwärts Nanzig war, es war schon Abend, unddie Sonne gieng in blutrothen Wolken unter, undder Kutscher hielt stille und sagte: Wir bekommenmorgen wieder schön Wetter, da standen auf einmaldrei starke, bewaffnete Männer an der Straße, diesegten sich auch zu dem Scharfrichter, und versprachen ihm, daß ihm kein Leids widerfahren sollte,aber die Augen müßt ihr euch zubinden lassen; undals sie ihm die Augen zugebunden hatten, sagten sie:" Schwager fahr zu. Der Schwager fuhr fort, undes war dem Scharfrichter, als wenn er noch gutezwölf Stunden weiter wäre geführt worden, undkonnte nicht wissen wo er war. Er hörte die Nacht-eulen der Mitternacht; er hörte die Hähne rufen; erhörte die Morgenglocken läuten. Auf einmal hielt dieKutsche wieder still. Man führte ihn in ein Hausund gab ihm eins zu trinken, und einen guten Wurst-wecken dazu. Als er sich mit Speise und Trank gesSpeise und Trank gesstärkt hatte, führte man ihn weiter im nämlichen Haus,Thür ein und aus, Treppe auf und ab, und als manihm die Binde abnahm, befand er sich in einem großenSaal. Der Saal war zwar ringsum mit schwarzenTüchern behängt, und auf den Tischen branntenWachskerzen. In der Mitte saß auf einem Stuhleine Person mit entblößtem Hals und mit einer Larvevor dem Gesicht, und muß etwas in dem Mund geshabt haben, denn sie konnte nicht reden, sondern nurschluchzen. Aber an den Wänden standen mehrere