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scher Offizier wurde zu einem Edelmann einquartirt,und bekam eine Stube zur Wohnung, wo viele sehrschöne und kostbare Gemählde hiengen. Der Offizierschien recht große Freude daran zu haben, und alser etliche Tage bey diesem Mann gewesen und freundslich behandelt worden war, verlangte er einmal vonfeinem Hauswirth, daß er ihm eins von diesen Ge-måhlden zum Andenken schenken möchte. Der Hauswirth sagte, daß er das mit Vergnügen thun wollte,und stellte seinem Gaste frey, dasjenige selber zu wählen, welches ihm die größte Freude machen könnte.
Nun, wenn man die Wahl hat, sich selber ein Geschenk von jemand auszusuchen, so erfordern Verstandund Artigkeit, daß man nicht gerade das Vornehmsteund Kostbarste wegnehme, und so ist es auch nicht gesmeynt. Daran schien dieser Mann auch zu denken,denn er wählte unter allen Gemåblden fast das schlech-teste. Aber das war unserm schlesischen Edelmannnichts desto lieber, und er båtte ihm gern das kostbarste dafür gelassen. Mein Herr Obrist, so spracher mit sichtbarer Unruhe, warum wollen Sie geradedas geringste wählen, das mir noch dazu wegen einerandern Ursache werth ist? Nehmen Sie doch lieberdieses hier oder jenes dort. Der Offizier gab aberdarauf kein Gehör, fchien auch nicht zu merken, daßsein Hauswirth immer mehr und mehr in Angst gesrieth, sondern nahm geradezu das gewählte Gemäldeberunter. Jezt erschien an der Mauer, wo dasselbegewesen war, ein groffer feuchter Fleck. Was solldas seyn? sprach der Offizier, wie erzurnt, zu seinem todtblassen Wirth, that einen Stoß, und aufeinmal fielen ein Paar frisch gemauerte und über-Hebels Schazkäßtlein.