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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
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Misverstand.

Im neunziger Krieg, als der Rhein auf ienerSeite von französischen Schildwachen, auf dieser Sei-te von schwäbischen Kreis Soldaten besezt war, riefein Franzos zum Zeitvertreib zu der deutschen Schildswache herüber: Filu! Filu! Das heißt auf gutdeutsch; Spizbube. Allein der ehrliche Schwabedachte an nichts so Arges, sondern meynte, der Franszose frage: Wie viel Uhr? und gab gutmüthig zurAntwort: Halber vieri.

Die

Eideren.

Dag viele Menschen sich vor den Schlangen fürchten, davon springen oder sie des Lebens berauben,das ist noch wohl begreiflich, weil man sie für gefábrlich halt, und im zweifelhaften Fall lieber eine ungiftige todtschlägt, als von einer giftigen sich beissenlast. Aber warum sind viele Leute sogar den Eiderenfeind, diesen unschuldigen Thieren, die niemand be-leidigen, niemand schaden, vielmehr dem Landmannnüßlich werden, indem sie von allerley fleinen Insekten oder sogenanntem Ungeziefer sich nähren? Hoch-stens können sie euch ein wenig erschrecken, wenn ihrso in euren stillen Gedanken dahin wandelt, und aufeinmal etwas im Laub rauscht. Aber wer ein gutesGewissen hat, muß sich gewöhnen, nicht vor allem zuterschrecken. Wer ein böses Gewissen hat, dem istfreylich in diesem Punkt übel rathen.

" Der Wind im Wald, das Laub am Baum

faust ihm Entsezen zu."