91
mit Spinnengewebe überzogen und glänzen im Mor-genthau? Da geht manches Mücktein zu Grunde, dasdie aufkeimende Saat vielleicht angegriffen und ver-legt hätte. Ein Gefangener machte einst in seinemeinsamen Kerker eine Spinne so zahm, daß sie seineStimme fannte, und allemal kam, wenn er sie lockteund etwas für sie hatte. Sie verkürzte ihm an einemOrt, wo kein Freund zu ihm kommen konnte, man-che traurige Stunde. Aber als der Kerkermeister esmerkte, brachte er sie ums Leben. Was ist verab=scheuungswürdig? Ein solches Thier, das doch nocheinem Unglücklichen einiges Vergnügen machen kann,oder ein solcher Mensch, der dem Unglücklichen auchdieses Vergnügen misgónnt und zerstört? Ein andesrer Gefangener, der sonst nichts zu thun wußte, gablange Zeit auf die Spinnen acht, und merkte, daßfie auch Wetterpropheten seven. Bald liessen sie sichsehen und arbeiteten, bald nicht. Einmal spannensie tråg, ein andermal hurtig, lange Faden oder kursze, einmal näher zusammen, ein andermal weiter aus-einander, so oder so, und endlich konnte er daran erkennen, was für Wetter kommt, Sturm, Regenoder Sonnenschein, anhaltend oder veränderlich. Alsoauch dazu sind sie gut, und wenn sich iemand verwun-det hat, und findet geschwind ein Spinnengewebe,das er auf die blutende Wunde legen kann, so ist erdoch auch froh darüber. Wenn es rein ist, so kannes Blut und Schmerzen stillen. Wenn es aber vollerStaub ist, so schmerzt es noch mehr, weil der un-reine Staub in die Wunde kommt.
3.
Daß es mancherley Thiere dieser Gattung gebe,