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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
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Ihr

Knaben einen unverschämten Burschen und Betteljungen, drohte, ihn mit Schlägen fortzuiagen, und gabihm am Ende auch wirklich ein paar Streiche.grober Mann, der ihr seyd, schrie jezt der Junge,schon so alt und noch so unverständig! hab ich euchnicht versprochen zu lehren, wie man zu Schimpf undHandeln kommt? Habt ihr mir nicht sechs Kreuzerdafür gegeben? Das sind ja iezt Händel, und sokommt man dazu. Was schlagt ihr mich denn?" Sounangenehm dem Ehrenmann dieser Vorfall war, sosah er doch ein, daß der listige Knabe Recht und erfelber Unrecht hatte. Er besänftigte sich, nahm sichszur Warnung, nimmer so aufzufahren, und glaubtedie gute Lebre, die er da erhalten habe, sey wohlsechs Kreuzer werth gewesen.

In einer andern Stadt gieng cin Bürger schnellund ernsthaft die Straße hinab. Man sab ihm an,daß er etwas Wichtiges an einem Ort zu thun habe.Da gieng der vornehme Stadtrichter an ihm vorbey,der ein neugieriger und dabey ein gewaltthätigerMann muß gewesen seyn, und der Gerichtsdiener Famhinter ihm drein. Wo geht Ihr hin so eilig? spracher zu dem Bürger. Dieser erwiederte ganz gelassen:Gestrenger Herr, das weiß ich selber nicht. Aber

Ihr seht doch nicht aus, als ob Ihr nur für Langeweile herumgehen wolltet. Ihr müßt etwas Wichtisges an einem Orte vorhaben. Das mag seyn, fuhrder Bürger fort, aber wo ich hingehe, weiß ich wahr.baftig nicht. Das verdroß den Stadtrichter sebr.Vielleicht fam er auch auf den Verdacht, daß derMann an einem Ort etwas Böses ausüben wollte,das er nicht sagen dürfe. Kurz, er verlangte iezt