Initialen. A. Nr. 20—22. 11
20. Peter Auer, Bildhauer von Ulm, war um 1508—1535 thätig.
ÄEr fertigte die Holzschnitzwerke an der Orgel im Dome dergenannten Stadt, und zeichnete dieselben mit dem gegebenen»Buchstaben. Vgl. Kunstblatt 1833, S. 413.
21. Unbekannter Formschneider, warum 1520thätig, wahrschein-/Ov /—a lieh in Cöln. Morlo hatte indessen keine Kunde von
^J?' [_/\jj/ // ihm, wir können aber durch gütige Mittheilung des Hrn.■* *■ / Vj^^crv .1. A. Börner Werke seiner Hand namhaft machen.
1) Die Kreuzigung Christi, Das Kreuz erhebt sich in der Mitte,'nid ein Kriegsknocht reicht links dem Heilande den (Schwamm hinauf.Rechts vom Kreuze ist ebenfalls ein Soldat. Im Vorgrunde von dieser Seiteher liegt Maria in Ohnmacht auf dem Boden von Johannes und einerPrau unterstützt. Gegen den Rand zu würfeln Soldaten um die Kleiderdes Heilandes, und der Schacher hängt am Kreuze. Links sieht man daserste Zeichen, und an der Vase neben dem Kreuze Christi stehen dieBuchstaben MW, als jene des Zeichners. H. 6 Z. 1 L. Br. 13—14 Z.
2) Die Ansicht von Cöln in grossem Formate, aber verschiedenvon dem Prospecte des Anton Wocnsam aus Worms, welcher 1531 er-schien und eine Länge von 10 P. 9 Z. 11 L. hat. Diese Ansicht vonCöln ist mit dem zweiten Zeichen versehen, und das beigefügte Mcsser-ehen gibt den Xylographou zu erkennen. Ucber den Zeichner MW.Werden wir an betreffender Stelle handeln.
22. Unbekannter Meister aus der zweiten Hälfte des 15. Jahr-_y hundert s. Er scheint nicht zur Zunft der Goldschmiede zu go-
iJSc hören, sondern ist als origineller Maler zu betrachten, welcher^ ^"seine eigenen Compositionen sehr fein und mit allem Ausdruckeauch in Kupfer zu geben wusste. In der Auffassung erinnert er andie Schule der van Eyck, und namentlich auch an die Bilder des so-genannten Israel van Meckenen in der kgl. Pinakothek zu München,welche höchst wahrscheinlich von dem jüngeren Uogicr van der Weydenherrühren. Brulliot II Nr. 2 macht ebenfalls auf diesen Meister auf-merksam, gibt aber das Zeichen in abweichender Form. Nach der An-gabe dieses Schriftstellers hinterliess der Meister A eine Folge von51 Blättern mit biblischen Vorstellungen. Im brittischen Museum sindderen 49, wir haben aber Kunde von 50 Blättern, von welchen nurzwei das obige Zeichen tragen. Ein Blatt ist mit SA bezeichnet, aufWelches wir zurückkommen. Die 50 erwähnten zart behandelten Blätt-chen , von welchen uns aber nur etliche vorlagen, besitzt jetzt Herrff. Butsch in Augsburg, dessen Sammlung an alten und seltenen Blätternreich ist. Sie befanden sich in einein um 1470 in vlämischer Sprachegeschriebenen Gebetbuche eingeklebt, und sind tbeils miniaturartig aus-gemalt. Das Manuscript kam 1853 bei J. M. Haberle in Cöln zur Auk-tion. Wir gehen hier das Verzeichnis« der Blätter, so dass es unterSA nur des llückwcises bedarf. Eine genaue Beschreibung können wirnicht liefern. II. 2 Z. 6-7 L. Br. 1 Z. 9—10 L.
1) Adam und Eva am Baume der Erkenntniss. 2) Die Vertreibungder ersten Menschen aus dem Paradiese. 3) Die kleine Maria im Tempel.4) Maria und der verkündende Kugel, dessen Gruss auf der Bandrollesteht. 5) Die Vermählung der hl. Jungfrau, ß) Der Besuch der Marialiei Elisabeth. 7) Die Geburt Christi. 8) Die Beschneidung des Jesus-kindes. 9) Die Opferung der hl, drei Könige. 10) Die Flucht derhl. Familie in Aogypten. 11) Der Kindcrmord. 12) Jesus im TempelUnter den Schriftlehrern. 13) Die Taufe Christi. 14) Christus in derWüste vom Teufel versucht. 15) Die Hochzeit zu Cana. 16) Christusbei der Samariterin am Brunnen. 17) Magdalena wäscht dem Heilande