10 Initialen. A. Nr. 18—19.
Blätter dieser Art bei, so dass sieh die Zahl derselben gegen 24 belauft.Allein bei mehreren ist es zweifelhaft, ob sie von ihm oder Hugo daCarpi herrühren, und andere sind im Machwerke so verschieden, dassman auch noch einen dritten und vierten unbekannteil Künstler ver-muthon könnte. Die Radirungen mit den beiden kleineren /eichenkennen wir nicht. Vasäri hatte kenne Kunde davon, nur Oretti bemerkt)dass jener Formschneider Antonio Cavalli für Beinen Geburtsort S. Pietroeinen Kupferstich gefertiget habe. Der Inhalt des Blattes ist nicht be-kannt, und somit weiss man auch nicht, ob es mit dem Namen, odermit dem Zeichen versehen sei. Schliesslich bemerken wir noch, dassauch auf einigen Blättern des Antonio 'Tempesta ein ähnliches /eichenvorkomme. Unter Nr. 19 ist darüber gehandelt.
18. Jost Amman bezeichnete auf solche Weise eines der Blättera seines Kartenspieles. Es stellt Humpen vor und einen Mann, der
'/lO die I'rau schlägt. Das Monogramm ist „Jost Amman Tigiirinus"-'■^zu lesen. Das deutsche Kartenspiel des .1. Amman zählt vollständig52 Blätter, welche äusserst selten vorkommen. Sie wurden als Buchausgegeben unter dem Titel: TODOCl AMMAN- | NI Civis NoribergensisCharta Lvsoria, j Tetrastichis illustrata I per | Janum lleinricum Sero-tonin) etc. | Künstliche vii wol go-lrissonc Figuren in ein new Karten-jspiel, durch den Kunstreichen vnd weit- herum- | ten Jost Amman etc.Gedruckt zu Nürnberg durch I Leonhard Heüssler. | AnoM.D.LXXXVIlI.IL 3 /. 8 -9 L. Br. 2 /. 3—4 L.
Die vier Farben, jede zu 13 Blätter, sind a) durch Druckerballen,b) Bücher, c) Becher, d) Humpen oder Wcinkriigo ohne Henkel ange-deutet. Die Rückseiten sind leer, lieber dem Bilde der Stirnseite sindvierzeilige lateinische, unter demselben kürzere deutsche Gedichte ge-druckt. Ein an Jost Amman gerichtetes lateinisches Lohgedicht aufzwei Blättern macht den Sohlnss, und am Ende steht: Noriborge, Kx-cudebat Lconhardus Heusslerus. Einige Exemplare wurden prächtigausgemalt und mit Gold verziert.
Ausser dem Blatte mit dem geprügelten Weibe ist nur noch einesmit den Initialen LA. versehen, Nr.!) mit den Beehern und dem Storche,welcher dem Wolfe den Knochen aus dem Halse zieht. Alle anderenBlätter sind ohne /eichen.
In Singer's Researcb.es into the history of playing cards sind Ab-bildungen einiger Blätter. Die Nr. 4 mit den Bechern und dem Mannebei der Köchin am Brunnen ist bei 0. Becker (J. Amman etc. Mit Zu-sätzen von R. Weigel. Leipzig 1854 S. 137) abgebildet.
19. Antonio Tempesta bezeichnete auf solche Weise einige Radir-TT —, ungen, welche Unkundige dem Antonio Kantuzzi zuschreibenA., xx könnten. Tempesta fügte aber noch öfter die verbundenen
Buchstaben TE mit F bei.
Das zweite A , oder vielmehr AT, kommt auch in Verbindung mitdem Monogramme LP vor, und zwar auf Holzschnitten, welche Leonardo,Parasole nach. Tomposta's Zeichnungen ausgeführt hatte. Sie enthaltenVorstellungen aus dem Leben und Leiden des Heilandes, und gehörenin eine lateinische und arabische Ausgabe des neuen Testamentes. DieZahl der Blätter belauft sich auf 18, worunter jenes mit Christus amTeiche Bedestha das /eichen trägt. II. 3 Z. 9 L. Br. 4 Z. 7 L.
Bartsch P. gr. XVII, p. 127 ff. beschreibt 1461 Blätter von A. Tem-pesta, und glaubt damit das Verzeiehniss geschlossen. Tm Künstler]Lexicon XVITl, S. 173 ff. ist das Verzeiehniss vermehrt.