1058 GH. Nr. 3028.
Alterthums eingedrungen, beweiset ein Cyklus von 86 Bildern aus derGeschichte der griechischen Maler von der frühesten Zeit bis in diePeriode des Verfalls unter dem römischen Kaiser Valens. Diese Bildersind auf Bronzeplatten enkaustisch gemalt, und zieren .jetzt von Rand-arabesken umgeben die Loggia des neuen, von L. v. Klenze erbautenkaiserlichen Museums in St. Petersburg. Je nachdem der Kaum esgestattet, sind die Figuren drei bis vier Fuss hoch, und bilden dieglänzendste Zierde, welche je ein Corridor erhalten hat. Ililtcnspergermalte zehn Tafeln, die übrigen sind von Nilson und Barth unter dessenLeitung ausgeführt. Auf mehreren Gemälden ist das Monogramm desMeisters beigefügt. Ks kommt aber auch auf den Aquarellzeichnungenvor, welche als Vorbilder zu den Malereien in Enkaustik dienten, undebenfalls im Museum zu St. Petersburg aufbewahrt werden. Der Künstlerwar von 1846 — 1850 mit diesem grossartigen Cyklus beschäftiget. ImJahre 1851 wurde er zum Professor an der k. Akademie in Münchenernannt, und als solcher ist er mit der Leitung im Antikensaal betraut.Mit der Technik in Oelfarben konnte sich Ililtcnsperger von jeher nurin Nebenstunden befassen , da ihn seine Malereien in Fresco und En-kaustik davon abhielten. Seine Oelbilder sind daher selten, und nuraus der neuesten Zeit stammen grosse Werke dieser Art. Ililtcnspergerführte aber auch viele Zeichnungen aus, unter welchen jene mit Vor-stellungen aus der alten klassischen Geschichte und Mythe die über-wiegende Mehrzahl bilden. Kleine Cartons bilden die Zeichnungen zuden vier Reliefs an den neuen Propyläen westwärts von der k. Glyp-tothek und dem Ausstellungsgebäude. Sie enthalten Episoden aus demgriechischen Befreiungskämpfe bis zur Thronbesteigung des KönigsOtto. Die Idee zu diesen Sccnen hintcrliess Schwanthaler, Hilten-sperger führte sie aber in Zeichnungen aus, nach welchen 1860 derBildhauer Schefsky die Reliefs meisselte. Eine Composition aus derGeschichte des bayerischen Mittelalters stellt den Herzog Wilhelm denFrommen vor, wie er Arme beschenkt. In Holzschnitt ausgeführt, undmit dem zweiten Zeichen versehen, bildet sie No. 7 einer Folge vonzwölf Blättern mit Bildern aus dem Leben bayerischer Fürsten, welche1853 bei Braun und Schneider in München erschienen, gr. qu. fol.DU Veranlassung gab König Maximilian II. Das erwähnte Fresco-gcmälde in den Arkaden des k. Hofgartens zu München ist durch dieLithographie bekannt, in dem Werke: Freicogcmalde aus der Geschichteder Bayern etc. München, J. G. Cotta , qu. fol. Bei Hermann daselbsterschien bald darauf eine Nachbildung, fol. Für das Album desKönigs Ludwig lieferte Hiltempergef ein zartes Oelbild, welches Pro-lopelea vorstellt, wie sie den Arkas um Schutz ihres Baumes gegeneinen Waldstrnm anfleht. Diese Vorstellung hat A. Arnst 1854 fürden dritten Jahrgang des Albums lithographirt, fol. In der letzterenZeit erhielt der Künstler grossartige Aufträge für das von König Ma-ximilian II. gegründete Mnximiliauäum. In den Räumen desselben werdenhistorische Bilder in Oel von 17 F. 8 Z. Breite und 13 F. 2 Z. HöhePlatz finden, und mehrere Künstler sind damit beauftragt. Eines dervon Hiltensperger bereits vollendeten Gemälde stellt den Herodot vor,wie er bei den Olympischen Spielet) das Ergebniss seiner geschicht-lichen Forschungen mitthcilt, und begeisterte Zuhörer findet. In einemzweiten, gleieh grossen, noch nicht vollendeten Gemälde erscheintKaiser Augustus im Kreise seiner Freunde als Repräsentant der Poesie,und als Beschützer der Künste. Künstler verschiedener Categoriebringen ihre Modelle herbei, der Bau des Tempels des kapitolinischenJupiters ist bereits im Gange, Vestaliscbe Jungfrauen ziehen heran,und alles eilt, das grosaartige Fest zu verherrlichen.