Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
939
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G. Nr. 2617. 939

vonVarlot, Simon de Colincs, Philipp lo Noir und für andere Drucke-reien. Im Jahre 1524 erhielt er ein eigenes Privilegium auf den Druckvon Gebetbüchern mit Bildern und anderem Schmuck. Ks heisst darin :,,qu' il ha faict et faict faire cerlaines histoires et vignellcs d V anlique."Daraus geht hervor, dass G. Tory ausübender Künstler war, und dasser seinen Stoff namentlich aus der Legende und der heiligen Urkunde•wählte. Kr hielt sich noch an den älteren Styl, blieb aber auch denBestrebungen der Künstler seiner Zeit nicht fern, besonders jenen deritalienischen Schule. Von 1524 an erschienen mehrere Werke unterseinem Namen, welche mit Metallschnittcn geziert sind. Ein Buch mitvielen Abbildungen hat den Titel: V Art et science de la vraye Pro-portion des Lettrcs Attiqws, ou Antiques, aulremet dielet Romaines, telonle corpt et visaige humain , avec V inslructiö et moniere de faire chiffreset teures pour bagues d' or , pour tapisserie, vilres et painetures etc.l'ar maistre Geoffroy Tory de Bourges. Paris, Vivant Gaullhcrot 154-9, 8.Einige grössere Compositionen müssen schon früher erschienen seyn,indem sie die. Jahrzahl 1526 tragen, wie der Herkules Galliens , derTriumph des Apollo, Bacchus, Ceres und Venus. Der altgeformte Buch-stabe U kommt auf den Blättern dieses Werkes nicht vor, nur dasKreuz von Lothringen (4=), wodurch Tory seinen Namen angedeutethat Passavant, Peintre-graveur I. p. 165, spricht auch von einemBuche, welches man als eine Sammlung von Metallschnittcn betrachtenkann. Er macht besonders auf zwölf Blätter mit den Arbeiten desHerkules aufmerksam, deren jedes französischen Text enthält. Auf dieBlätter mit den Arbeiten des Herkules kommen wir aber unter demMonogramme G S und dem Kreuze von Lothringen zurück. Man deutetefrüher das Zeichen auf Jan Schorccl, andere erkannten aber daruntereinen französischen Meister. Passavant schreibt das Monogramm demG. Tory zu, wir worden aber unter G S darüber ausführlicher sprechen.Der Künstler zeichnete indessen auch G T, und scheint sich der obigenBuchstaben nur in seiner früheren Zeit bedient zu haben. Dann kommennoch öfter Blätter mit dem Kreuze von Lothringen vor, darunter bib-lische Vorstellungen mit französischem Texte. Sie gehören in dasBibelwerk von Robertus Stcphanus , welches 1540 zu Paris erschien,fol. Malp6, Ftlssly u. A. schreiben diese Blätter dem P. Wociriot zu,da dieser ebenfalls das fragliche Kreuz beifügte. R. Stephanus licssaber auch noch verschiedene andere Mctallstöcke von G. Tory ab-drucken, auf welchen ebenfalls das Kreuz von Lothringen vorkommt.In dessen Ausgabe von Pauli Jovii vitae duodeeim vicecomitum Medio-lani prineipum. Lutetiae Parisiorum, R. Stephanus 1540, dann mit fran-zösischem Text. Paris, 67». Eslienne 1552, 8, sind Bildnisse mit demKreuze von Lothringen. Andere Metallschnitte mit diesem Zeichenfindet man in Lazari Bay/ii Annotaliones etc. Lutetiae, R. Stephanus1540, 8. Die Titelvignette zu üuodeeim Prophelae. Parisiis, R. Ste-phanus 1530, 4, hat dasselbe Zeichen. Sie enthält einen Baum mitdaranhängender Tafel, und kommt in Ouinque libri legis. Paris, R. Sie.phanus 1543, vor. In dem Werke: Chirurgia e Graeco in Latinum eo-nuersa Vido Vidio Florentino inlerprele etc. Excudebat Pel. Gallerius Lu-tetiae Parisiorum 1544, fol., kommt ebenfalls ein Blatt mit diesemKreuze vor. Man könnte aber auch den Jollat vermuthen, von welchemdie Abbildungen in Ch. Estienne's (Stephanus) Anatomie herrühren.

Nach 1554 dürfte 0. Tory nicht mehr gearbeitet haben. Vondiesem Jahre ist noch das Bildniss des Pierre Bclon in dessen Obser-vation de plusiers singularites et choses memorables trouvees en Grece etc.Paris 1554, 4. Die Verlagsvignetto Tory's enthält eine zerbrocheneVase.