Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
926
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926 F W. Nr. 2581 — 2582.

in Rüstung mit der Krone und wallendem Federbusehe auf dem Haupteals Ueberwinder des Türken und seines höllischen Verbündeten vor-stellt. Er setzt mit der Linken dem Teufel den Degenknopf an dieStirne, während die Rechte auf einein Säulchcn Oesterreichs Geniusmit dem dargebotenen Siegeskranze tragt. Gegenüber schwebt ein Engelmit Scepter und Reichsapfel, und im Hintergrunde breitet sich dieStadt Wien aus. Dem obigen Monogramme ist die Jahrzahl 1596 bei-gefügt. Die oben und unten stehenden Verse sind dem Psalm 17 und117 entnommen. Dieses Blatt findet man in folgendem Werke: Geist-liche | KRiegstrüstung \ wider den gemeinen Blutdürstigen Tyrannen | vndErbfeindt Christliches Namens | den Türken u. S. w. Durch Sebaslianumvon Baden Abbten dess Ehrwürdigen Stiffti j vnd Gotteshaus» Brück beiZnaym —. Gedruckt iu Brück an der Teya 1595, 4. Diess is das erste,aus 130 Blättern bestehende Buch, welches aus der von dem Abt Se-bastian im Prämonstratenser Kloster zu Brück errichteten Druckereihervorging. Im Jahre 1597 erschien ein Breviarium. Vgl. Dr. Nau-mann's Serapeum 1856 S. 46.

2581. Johann Friedrich Weitsch, Thicr- und Landschaftsmaler,^~-7" genannt Pascha-W ei ts ch , geb. zu Hessen-Damm bei

Tf /1 /~' d Wolfenbüttel 1723, gest. zu Salzdahlum 1803. Einer

Srr ' «y der gepriesensten Künstler seiner Zeit, hinterliess er

s . eine grosse Anzahl von Gemälden, welche Waldgcgen-

-^7V/. t*" den mit Bergen und Ruinen, und Trieften mit woiden-

/ v dem Vieh vorstellen. Er liebte besonders die deutsche

Eiche und den Buchenwald, und wenn er die baumreiche Fläche mitHausthieren belebte, war es besonders der Stier oder eine Kuh, welcheer die hervorragende Stelle einnehmen licss. Seine Vorbilder warenP. Potter, Both, Ruysdael und Moucheron, doch ging er nie ans Werk,ohne auch die Natur zu befragen. Auf landschaftlichen Zeichnungenmit Thieren in rother oder schwarzer Kreide findet man die obigenZeichen, welche wahrscheinlich auch auf Gemälden vorkommen. SeineZeichnungen sind sehr zahlreich, selten aber vollendet. Er zeichnetegewöhnlich in Umrissen. Weitsch wurde 1788 Inspektor der Galleriein Salzdahlum. In der k. Akademie zu Berlin ist sein Bildniss. Erkleidete sich fast orientalisch, und daher nannte man ihn Pascha-Weitsch.

2582. Franz Wonters soll nach Heller, Monogr.-Lex. S. 140rp \\t F. W. gezeichnet haben. Der genannte Schriftsteller gibt nach

• ' seiner Weise nicht an, auf welchem Gemälde er diese Initialengefunden hatte, und somit könnte auch der folgende Meister eintreten,besonders wenn es sich um Landschaften handelt, in welchen dieStaffage fehlt, oder vielleicht nur ein untergeordnetes Element bildet.F. Wouters wurde 1614 zu Lierrc geboren und von Rubens unterrichtet.Er malte Landschaften mit kleinen mythologischen Figuren, Und dannmit Scenen aus der heiligen Geschichte, gewöhnlich in kleincrem For-mate. Wenn nun auf solchen Gemälden die Initialen F. W. vorkom-men, und darin die Schule des Rubens zu erkennen ist, so könntensie von F. Wouters herrühren. Eine der uns mitgethoilten Notizenbesagt auch wirklich, dass man auf kleinen Tafeln mit mythologischenVorstellungen, welche um 1650 entstanden seien, die Initialen F. W-finde. Dagegen ist aber auch ein F. Wolffen eingemerkt, welcher um1656 mythologische und allegorische Bilder malte, und uns früher nichtbekannt war. Diese Gemälde sind sehr zart behandelt, aber kalt im