F W. Nr. 2583 - 2584. 927
Tone, was bei Wouters nicht der Fall ist. Wir fanden eine Charitasmit der Jahrzahl 1656 erwähnt, welche diese Kennzeichen an sichträgt. In Gallerien begegnet man de» F. Wouters selten. Es ist auchwenig nach ihm gestochen worden. Ein seltenes Blatt mit der Madonnaund dem schlafenden Kinde im Schoose ist bezeichnet: F. Woutersinven. Fr. van den Wyngaerde exe, fol. Auch die beiden Brustbilderdes hl. Joseph und des hl. Joachim in der Gallorie zu Wien sind imStiche bekannt.
In der Sammlung des Grafen von Fries in Wien waren vier radirteBlätter mit Landschaften, welche dem F. Wouters zugeschrieben wur-den. Man behauptet auch, dass der Künstler schöne Waldlandschaftenmit Durchsichten auf weite Fernen gemalt habe, in welchen also dieStaffage entweder ganz fehlt, oder von untergeordneter Bedeutung ist.Eine F. W. 1612 bezeichnete Waldlandschaft ist im folgenden Artikelangegeben, denn sie kann der Zeit nach nicht von F. Wouters gemalts eyn. i n dem Manuscriptc des Inspektors F. Brulliot finden wir einesehr geistreich radirte und eben so seltene Landschaft mit dem Namen*"• Wovers beschrieben, welche aber mehr im italienischen Charakterbehandelt ist, als in jenem der Schule von Rubens. Im Mittelgrunderechts bemerkt man hinter Bäumen versteckt ein altes Gebäude, sodass nur die Spitze eines Thurmcs, ein Theil der Mauer und das ver-schlossene Thor hervortreten. Auf dem Wege zu letzterem geht einMann. Links im Vordergrunde begränzen Bäume und Gesträuche die"asserpartie. In der Mitte des Blattes öffnet sich etwas nach linkseine weite Aussicht auf hohes Felsengebirge an der Mündung desFlusses in das Meer. Am Horizonte ziehen sich leichte Streifwolken"in. Unten gegen rechts steht F. WovURS, und gegen rechts aufeinem Steine im Wasser die Jahrzahl leto. H. 5 Z. 7 L., Br. 8 Z.° L. Der Name Wovers oder Wouers lässt einen anderen Künstlervormuthen, und auch die italienische Landschaft ist für F. Woutersauffallend, da von einer Reise nach Italien nichts bekannt ist. Er kamJrühzeitig in Dienste des Kaisers Ferdinand IL, ging 1637 mit derkaiserlichen Gesandtschaft nach England, und nahm darauf die Stelleeines Hofmalers des Prinzen von Wales an. Wouters blieb aber nicht!? n ge in England, sondern kehrte nach Lierre zurück, und wurde 1648Direktor der Akademie in Antwerpen, als welcher er 1659 starb. Wirglauben daher, dass F. Wovers, welcher 1649 die erwähnte Landschaftradirte, ein anderer Meister ist, vielleicht jener, welcher im folgendenArtikel mit einer Landschaft von 1612 auftritt.
2583. Unbekannter Maler, dessen Lebenszeit die beigefügte Jahr-P W i(i11 zanl bestimmt. In der Winkler'scben Sammlung zu
• Leipzig war eine Waldlandschaft mit einem Flusse*■ VVißi2 gezeichnet, und somit stammt das Bild aus einer Zeit, inwelcher der vorhergehende Meister noch nicht geboren war. Es wärea ber möglich, dass er mit dem Landschafter F. Wovers , von welchemwir im Artikel des Franz Wouters eine geistreich radirte Landschaft?hne Staffage beschrieben haben, Eine Person sei. Das Blatt ist imItalienischen Charakter behandelt, und mit der Jahrzahl 1649 versehen.Unser Meister könnte 1612 noch jung gewesen seyn, so dass er 1649noch vollkommen arbeitsfähig war.
2584. Frani Wulffhagen, Maler aus Bremen, war um 1660 SchülerTT^*/ von Rembrandt, blieb aber in der Kunstgeschichte ziemlichA W vergessen. Er fehlt indessen in unserem Künstler-Lexicon