884 FS. Nr. 2479 — 2481.
Robert - Dumesnil, P. gr. fr. III. p. 19, beschreibt diese Blätterebenfalls, wir haben aber hinsichtlich des ersten mit St. Sebastian einenähere Angabe machen müssen. Der genannte Schriftsteller gibt einanderes Mass an. Er bestimmt 10 Z. 1 L. Höhe und 6 Z. 3 L. Breite,wir glauben aber nicht, dass eine Wiederholung dieses Gegenstandesvorhanden ist. Uns lag das Exemplar im kgl. Kupferstich-Cabinet zuMünchen vor.
2479. Sebastian Furck, auch Fulcarus genannt, Zeichner und/<F _. Kupferstecher, wurde 1589 zu Goslar geboren, und HessuT'$ j?L s i6\2 in Frankfurt a. M. nieder, wo er zahlreicheo& J^iSj*" Werke hintcrliess. Er zeichnete eine Menge Portraitemit dem Stifte auf Pergament, welche der Costümo und der sinnreichenBeiwerke wegen von grossem Interesse sind. Dann stach Furck auchviele Bildnisse in Kupfer, auf welchen die gegebenen Zeichen vor-kommen. Der Künstler hielt aber das Monogramm nicht stereotyp fest.Es kommen auch Bildnisse, Titelblätter, historische Compositionen undProspekte vor, auf welchen das Monogramm in der Art gebildet ist,dass wir es nach unserm Systeme unter S F bringen müssen. EineReihe von Bildnissen enthält der sechste Band der Bibliotheca Chalco-graphica, welche zu den bessten Blättern des Künstlers gehören. Daserste Zeichen findet man auf einem Kupferstiche mit dem jüngstenGerichte nach Michel Angelo, oder vielmehr in Copie nach einem äl-teren Stiche desselben, kl. fol. Ein Curiosum ist der runde Prospektvon Frankfurt mit der Taufe Christi im Mainstrome, während dasMainzer MarktschifF vorbeigeht, und Kanonen gelöst werden. Zeugeder Taulhandlung ist der Capellmeister Jeep, welcher den in der Ein-fassung vorkommenden Schrifttext: Diess ist mein lieber Sohn, an welchemich Wohlgefallen habe, in Musik gesetzt hat. Ein zweiter Prospekt vonFrankfurt ist von der Sachsenhauser Seite her aufgenommen, und wieder andere sehr sauber gestochen. S. Furck erreichte ein Alter von77 Jahren.
Brulliot I. No. 2067 versichert, dass ein ähnliches Zeichen mitder Jahrzahl 1684 auch auf Copien nach Blättern von Nicolaus Berg-hem vorkomme. Die Form desselben bestimmt er nicht genau.
2480. Felix Scharer soll nach einem uns zu Gebot stehendenhandschriftlichen Verzeichnisse von Monogrammen der Trägerdieses Zeichens heissen. Ein Maler oder Kupferstecher diesesNamens ist nicht bekannt, wir wollen aber das Monogramm zurweiteren Recherche bekannt machen.
2481. Franz Seitz, Zeichner und Maler, geb. zu München 1818,-o ß gehört zu den geistreichen Künstlern seines Faches. Zög-
^fV jjv ling der Akademie der genannten Stadt, stand er anfangs
v^'v«__ ) unter Leitung des Professors Schlotthauer, verliess aber
bald die seinem Naturell nicht zusagende Richtung desselben , undfolgte einzig seinem Talente. Ihn ergötzte das fröhliche Spiel derArabeske, wie es etwas früher Eugen Neurenther betrieben hatte. Auchhumoristische Scenen liebte er, welche aber gewöhnlich in Zeichnungenund Aquarellen verblieben. Im Künstler-Lexicon XVI. S. 225 habenwir lithographirte Blätter verzeichnet, grösstenthcils Original-Compo-sitionen. Im Jahre 1848 ff. sprach sich seine Laune in einer bei Rollerin München erschienenen humoristischen Zeitschrift unter dem Titelder Leuchtkugeln aus, welche aber 1851 erloschen. Auf Holzschnittennach seinen Zeichnungen kommen die obigen Monogramme vor. Seitetlichen Jahren bekleidet Seitz die Stelle eines Costumiers am k. Hof-theater in München.