FK. Nr. 2220 — 2221. 809
färben aus, in welcher Manier er bald solche Ucbung erlangte , dassihm der Bankier Delesser in Paris für eine solche farbige Zeichnung600 Frs. bezahlte. Im Jahre 1808 von König Ludwig von Holland miteiner Pension begnadiget, unternahm Knip eine Reise nach Italien, woer bis 1813 verblieb, und eine grosse Anzahl von landschaftlichenZeichnungen fertigte, deren in Aquarell, und auch in Oelf'arben aufPapier ausgeführt sind. Auch grössere italienische Landschaften undAnsichten malte Knip in Ocl, das Fach der Thiermalcrei ergriff ererst 1823 in Paris. Seine Landschaften mit Schafen und Ziegen fandenausserordentlichen Beifall, so dass ihm einige Bilder mit 1000 Guldenbezahlt wurden. Im Jahre 1827 verliess" der Künstler Frankreich, daihn ein Augenleiden befallen hatte, welches einen solchen gefährlichenVerlauf nahm, dass er 1832 fast ganz erblindete. Wir müssen jetztan Brulliot, App. II. No. 98, anbinden, welcher eines Gemäldes mitden gegebenen Initialen erwähnt, nämlich des Inneren eines Schaf-stalles , welches auf der Berliner Kunstausstellung 1832 vom Königevon Prcussen angekauft wurde. Im Catalogo ist nur einfach der NameKnip als jener des Verfertigers angegeben, und Brulliot ist daher imZweifel, ob Joseph August Knip derselbe sei. Das fragliche Gemäldemuss der letzteren Zeit des Künstlers angehören, in welcher seineSehkraft noch nicht in bedenklicher Weise geschwächt war. Nach 1831malte Knip nicht mehr, lebte aber noch 1845. Ob der Künstler mehrereGemälde mit den Initialen F. K. bezeichnet habe , wissen wir nicht.Man muss Fecit Knip leson, wenn Brulliot richtig F. K. angibt. DieStellung K.F. wäre weniger auffallend. Immcrzecl bringt kein Zeichenbei. Er scheint Brulliot's Anhang zum Dictionnaire des monogrammesnicht beachtet zu haben.
2220. Franzisca Kobes, Malerin von Berlin, stand um 1831 unter^0^ /yO Leitung des Professors Kretscbrnar, und beur-(X Aj q _ kündete ein glückliches Talent. Man findet Genre-
t/ / L/ 7 O OA,. bilder von ihrer Hand, meistens aus dem Kreiseder Mutter und des jungfräulichen Verkehrs. Nach Brulliot, App. II.No. 97, findet man die gegebenen Initialen auf Gemälden, welche 1832die Berliner Kunstausstellung zierten. Der Catalog gibt zwei Bilder an,eine nähende Frau, und eine Mutter mit ihren Kindern. Auch aufden Ausstellungen von 1838 und 1840 sah man Gemälde von dieserKünstlerin, später scheint aber Fräulein Kobes ihren Namen mit jenemeines Mannes vertauscht zu haben. Im Jahre 1840 brachte sie eineScene aus dem Leben des Malers Jan van Stccn, des genialen Wirthesvon Delft. Ein zweites Bild stellt einen Markt vor. Die Künstlerinhatte also 1840 ihren Kreis bereits erweitert.
2221. Friedrich Kirschner, Maler und Radirer, ist oben unterr7<i/* n * dem Monogramme No. 2210 eingeführt, und daher ver-CT f\j vcu/jb. weisen wir hinsichtlich der Zeitbestimmung und seinerLeistungen auf jenen Artikel. Hier handelt es sich zunächst um eineradirte Landschaft mit grossen Felsen und Figuren. Im Vorgrundesteht ein Mann mit einem langen Stocke auf der linken Achsel nebendem sitzenden Weibe. Rechts unten im Rande sind die Initialen ein-radirt, und in der Mitte die Adresse: Gottlieb Friedrich Riedel exeudil,qu. 4. Das Gegenstück, ebenfalls eine Landschaft mit Figuren, ist mitdem Namen des Künstlers bezeichnet, und ohne Adresse.
Kirschncr hat auch 28 Blätter mit Blumensträussen in sieben Heftenradirt, unter dem Titel: Cahier des Fleurs, fol. und qu. fol. Diese geistreichbehandelten Blätter sind sehr selten, da sie der Künstler in Paris heraus-gab. Eine zweite, kleinere Folge von Blumenbouqucts ist in 4 und qu. 4.