FH. Nr. 2160 — 2162. 791
halber Figur, vor. Diese Folioblätter sind auf drei Seiten mit einerschmalen Einfassung von Tcrlen umgeben, und somit kann man glauben,dass beide Figuren auf einer grossen Platte gestochen waren, ursprünglichgr. qu. fol. Auf dem ersten Blatte steht nach Brulliot links unten B II.feeit, und rechts: Haec reuisa sunt et approbata per Venerand. etc. etc.Der genannte Schriftsteller gibt die Aufschrift nicht vollständig, unddaher wissen wir nicht, ob die Zeit der Entstehung für FriedrichHulsius spricht. Er verwechselt ihn wenigstens mit dem alten FranzIluys, indem er Blätter des letzteren dem viel jüngeren F. v. Hülsenzuschreibt, nämlich das Bildniss des Kaisers Carl V., und Apollo mitden Musen auf dem Parnass nach Franz Floris. Brulliot nennt dannauch noch Blätter mit den Sibyllen. Sie sind in Landschaften vorge-stellt, mit F II und dem aus diesen Buchstaben gebildeten Monogrammebezeichnet, gr. 4. Dio Sibyllen sind wahrscheinlich von unserm Meistergestochen. Hinsichtlich der übrigen Blätter, welche in Catalogen u. s. w.dem Friedrich Hulsius zugeschrieben werden , verweisen wir auf denArtikel des Franz Iluys.
2160. Unbekannter Kupferstecher oder Zeichner, welcher zuy—, Anfang des 17. Jahrhunderts in Paris thätig war. Wir kennen
ein grosses Blatt zum Andenken an Erasmus von Rotterdam.Dieser Gelehrte ist sitzend vorgestellt, wie er beide Hände auf dasBuch stützt. Oben steht: Magnvs. Ille. Erasmvs. Roterodamvs. Untenist eine breite Tafel mit der Schrift: Effigiem. Ad. Senivm. Magni. Ver-gentis. Erasmi etc. Rechts oben auf der zweiten Schrifttafel: flatus llo-terodami — Obiit Basüeae XL JVLii An. M.D. XXXVI. Die Adresse desVerlegers lautet: Au Palais ä Paris Paul»» de la Ilouue exeudit 1001,gr. fol. P. de la Houve war Maler und Kupferstecher. Er hatte inParis eine Kunsthandlung, in welcher Blätter von Gantrel, J. de Wcert,H. Goltzius &c. erschienen. Vielleicht ist das erwähnte Blatt von ihmselbst gezeichnet und gestochen.
2161. Unbekannter Kupferstecher, welcher im 17. Jahrhundert in_,„ Deutschland thätig war. Man findet zwei Blätter mit den Ini-■*•■"■• tialen des Namens, wovon das eine die sitzende hl. Maria, dasandere den verkündenden Engel, beide in Kniestück in länglichenOvalen vorstellen. Die Vorbilder deuten auf einen älteren Meistor, alsder Kupferstecher ist. Die Gewänder sind punktirt, die übrigen Theilefein gestochen. Durchmesser der Höhe 2 Z. 9'/ 2 L.
Diese Blätter sind vielleicht von Friedrich Hermann Hoyer,einem Schweden, welcher in der ersten Hälfte dos 17. Jahrhunderts inNorddeutschland lobte. Ein radirtes und mit dem Stichel vollendetesBlatt mit seinem Namen und der Jahrzahl (044 enthält eine Allegorieauf das Weltsystem, und stellt zwei Fraucngestalten in einem Globus vor, 4.
2162. Mümmcister, welche Gepräge F. n. zeichneten, wie Schlick-p tt eysen, Abkürzungen auf Münzen und Medaillen &c. S. 108,
" • versichert.
Unbekannter Münzmeister oder Stempelschneider, welcher wahr-scheinlich in Hannover lebte. Die Initialen des Namens findet man aufeiner Medaille mit dem Bildnisse des Königs Georg II. von England,bei Gelegenheit der Iuauguration der Universität in Göttingen. Georg II.wurde 1727 als Churfürst von Hannover König vou England. Die Me-daille ist aber nicht datirt.
Frings und Hohleisen waren von 1760 — 1769 an der Münze inAugsburg thätig, ersterer als Wardein. Sie zeichneten auch F. (A) H.