FG. Nr. 2115. 765
er P. gr. IX. p. 26 in der Note erklärt, dass das ähnliche Monogrammauf dem Blatte mit Vulkan und den Cyclopen nach Primaticcio wederGuido Huygieri noch Ghisi Fecit zu lesen sei, sondern dass dieses Blatteinem anonymen deutschen Meister angehöre. Den G. Ghisi habenwir oben aus Gründen ebenfalls zurückgewiesen, es ist aber auch nichtfest zu behaupten, dass unter dem Monogramme Guido Ruggieri seinenNamen angedeutet habe. Der Monogrammist G F ist mit dem Künstler,welcher die unten beschriebenen Blätter mit F G bezeichnet hat, offen-bar Eine Person. Wenn aber einerseits Guido Focü gelesen werdensoll, so ist es anderseits auffallend, dass der Künstler nicht G F, son-dern F G gezeichnet hat. Wir müssen daher in G den Initial des Zu-namens vermuthen, und damit hat die gegenwärtige Annahme, dassGuido Ruggieri das Meiste für sich habe, den Boden verloren. DieDeutung Fecit Guido scheint zu weit herbeigeholt zu seyn.
Die Angabe im Cabinet Paignon-Dijonval, dass dieses Zeichen einemG. Fantuzzi angehöre, ist aus der Luft gegriffen. Ein Künstler diesesNamens hat nie gelebt. Unter G F werden wir über einen Ornamenten-zeichner Guido handeln. Nach diesem, sowie nach Jean Cousin, hatEtienno de Laune gestochen, er ist aber .jünger als Guido Ruggieri.
Bartsch IX. p. 24 ff. schreibt dem Meister mit dem Monogrammeund den Initialen /<' G 22 Blätter zu, hier zählen wir aber nur jenemit F G auf. Das Monogramm folgt unter G F, da diess unser Systembedingt. — Unter diesem Zeichen wird das Vcrzeichniss ergänzt.
1) [B. 9.] Die grössere Vignette mit dem Harnische in Mitte derFläche, aus welchem Laubwerk sich über den übrigen Raum verbreitet.Die durch drei belaubte Zweige getrennten Buchstaben F G sind in derMitte nach oben zu sehen. Die Beleuchtung kommt von links. H. 1 Z.11 L. Br. 2 Z. 7 L.
2) [B. 10.] Die kleinere Vignette mit dem Harnisch, von welchemaus sich Blätterwerk umher verbreitet. In der Mitte unten ist nachBartsch das Zeichen, nach anderer Angabe sind es die getrenntenBuchstaben FG. Von rechts beleuchtet. II. 1 Z. 10 L. Br. 1 Z. 9 L.
3) Eine dritte Vignette mit dem Harnisch. Im Catalog des Mar-chese Malaspina di Sannazaro I. p. 115 ist eine solche ohne Hinweis-ung auf Bartsch beschrieben. Der Harnisch steht in der Mitte unten,und aus diesem gehen Zweige mit Blättern nach oben auseinander.Links oben im Blätterwerk bemerkt man auf schwarzem Grunde denBuchstaben F, und rechts G. H. 1 Z. 10 L. Br. 2 Z. 6 L. Wirglauben nicht, dass es sich um die Vignette No. 1 [B. 9] handle.Nach Bartsch nimmt der Cuirasse die Mitte des Blattes ein.
4) [B. 14.] Die Vignette mit zwei Amoretten rechts und linksvon einem aus dem Blätterkclchc ausgehenden Laubwerk. Die Amo-retten berühren mit der linken Hand einen Laubbüschel, und haltenin der rechten ein Jagdhorn, Alles auf schwarzem Grunde. Rechtsunten in der Ecke ist das Täfclchen mit FG 15M. H. 1 Z. 1 L.Br. 3 Z. 6 L.
5) [B. 15.1 Die Vignette mit dem oktogonen Schilde in Mitte einesvon Laubwerk durchzogenen Feldes. Auf dem Schilde stehen die Buch-staben FG mit iö34. Von rechts beleuchtet. H. 1 Z. Br. 3 Z. 11 L.
6) [B. 18.] Goldschmiedsverzierung mit einem geflügelten Kinde,welches in der rechten Hand den Stock, und in der linken einen Zweigmit Blättern hält. Rechts zu den Füssen des Kindes ist ein Täfelchenmit 1534 und F G, der letztere Buchstabe verkehrt. II. 3 Z. 4 L.Br. 1 Z.
7) [B. 19.] Goldschmiedsverzierung mit einem geflügelten Knaben,welcher knieend einen Laubkelch zusammenfasst, aus welchem Zweige