764 FG. Nr. 2115.
Giorgio Ghisi gibt, auf spätem Blättern dem Georg Frenzel angehöre.Christ hätte aber eher Gregor Fenzcl schreiben sollen, welcher um1650 thätig war.
Guido ßuggieri hatte in letzter Zeit die meisten Stimmen für sichgewonnen, weil man ihn mit einiger Sicherheit zu den Meistern derSchule von Fontaineblcau zählen kann. Er kam vielleicht schon baldnach 1531 auf Veranlassung des Primmaticcio nach Frankreich, dochnicht als Malergehilfe desselben. Im Jahre 1531 nahm letzterer denNiccolo dell' Abati mit sich, welcher aber nach einigen Jahren nachItalien zurückkehrte, und erst 1551 oder 1552 wieder nach Frankreichkam. Vasari nennt unter den Gehilfen des Primaticcio nicht den GuidoRuggieri, sondern einen Ruggiero de'Ruggicri, welcher 1571 nach demTode des Meisters die Arbeiten in Fontaineblcau fortsetzte, und 1597starb. Der Kupferstecher Guido Ruggieri wurde wahrscheinlich mitRuggiero de' Ruggieri verwechselt, und diess selbst von Bartsch. ImWerke des Giorgio Ghisi beschreibt nämlich dieser Schriftsteller einBlatt, welches zwei Männer vorstellt, wie sie einen dritten forttragen,und ausser dem Monogramme GF folgende Aufschrift hat: A Fontanablco. A. Bartsch glaubt, dass man die Compositum wohl mit Rechtdem Primcaticcio zuschreibe, den Stich wollte er aber nach der dama-ligen Ansicht nicht dem Guido Ruggieri, sondern dem Giorgio Ghisizuschreiben, da das Blatt im Style des letzteren behandelt ist, und erden G. Ruggieri nur als Maler nehmen wollte. Bald darauf beschreibtBartsch ein anderes Blatt nach Primaticcio, welches die Pcnelope vor-stellt, und mit demselben Zeichen versehen ist. Nach der Bemerkungdieses Schriftstellers wollte man dieses Blatt ebenfalls dem G. Ruggierizuschreiben, welchem er aber als Maler die Fertigkeit abspricht, welcheder Stecher der Pcnelope bewies. Guido Ruggieri war aber wirklichKupferstecher, und vielleicht ausschliesslich, zugleich aber auch Zeichner.Bartsch kann also nur den von Vasari erwähnten Maler Ruggiero Rug-gieri, den Gehilfen des Primaticcio gemeint haben, welcher aber hiernicht ins Spiel kommt. Letzterer ist jünger, als der KupferstecherGuido Ruggicri. Es fehlen aber die Documento, um nachzuweisen,wie alt dieser Meister sei. Jedenfalls scheint er schon unter Rosso Rossiin Fontaineblcau gewesen zu seyn, da ein Blatt nach der Zeichnungdes letzteren, welches Krieger vorstellt, die eine Stadtmauer bauen,Rugyieri sc. bezeichnet ist. Dieses Blatt ist wahrscheinlich vor dem(041 erfolgten Tode des Maitrc Roux entstanden. Von Ruggiero de'Ruggieri kann keine Rede seyn, da dieser Meister zur Zeit des RossoRossi nicht in Frankreich war. Malpe behauptet, dass Guido Ruggierials Stecher der Schüler des Francesco Francia gewesen sei. Letztererstarb 1535, und somit könnte man allerdings annehmen, dass GuidoRuggieri schon 1534 ausübender Künstler war. Der genannte Schrift-steller sagt, dass derselbe mehrere Bilder dos Primaticcio in Fontaine-bleau gestochen habe, und Zani wusste nur beizufügen, dass diess um1540 geschehen sei, ohne irgend ein Blatt mit dieser Jahrzahl namhaftmachen zu können. Damit wären wir nun mit Guido Ruggieri in diePeriode um 1534—1537 gekommen, in jene Zeit, in welcher der Mei-ster mit dem Monogramme und den Initialen F G gearbeitet hat Esfragt sich aber, ob darunter Guido Ruggieri zu verstehen sei. DasMonogramm will man jetzt wenigstens Guido Fecit lesen, Bartsch scheintaber auch die Deutung Ghisi Fecit nicht geradezu verschmäht zu haben,da er den Guido Ruggieri nicht als Kupferstecher nimmt, und in denbeiden erwähnten Blättern nach Primaticcio den Styl des G. Ghisi er-kennt. Jenes mit den beiden Männern, welche einen dritten tragen,schreibt er fast entschieden dem G. Ghisi zu, ohne zu bedenken, dass