FG. Nr. 2108 — 2110. 761
2108. Friedrieb Von Gärtner, königlich bayerischer Oberbaurathy _ und Direktor der Akademie der Künste in München, geb.
rüj z» Coblenz 1792, gest. den 21. April 1847. Einer derCi^/ genialsten Künstler seines Faches, fand er an KönigLudwig einen Fürsten , welcher ihm das Glück bereitete, an Pracht-gebäuden sein Talent zu erproben , die in der Ludwigsstrasse zuMünchen einen grossartigen Complcx bilden, und ein gemeinschaftlichesGepräge haben, indem der Styl in den niodificirten Formen des Altor-thums und der romanischen Periode sich bewegt, und der Rundbogen alsHauptkennzeichen durchgeführt ist. Wir nennen nur die St. Ludwigs-kirche, das Bibliothek- und Universitätsgebäude, das Clcrikalseminar,das Blindcninstitut, das Siegesthor, und daran schliessen sich nochandere Oebäude der prachtvollen Strasse. Besonders zu erwähnen istaber auch der Wittolsbacher Palast in München und die Befreiungs-halle In Kcllbeim. Hier handelt es sich indessen um keines dieserGebäude, sondern nur um Landschaften mit Architektur, und um Ma-rinen , welche F. von Gärtner in Oel und Aquarell ausführte. Auchviele Zeichnungen mit Vasen , Ornamenten und anderen in die Archi-tektur einschlägigen Compositionen findet man von ihm. Eine Anzahlseiner Zeichnungen machte er durch die Lithographie bekannt, unterdem Titel: Ansichten der meist erhaltenen Monumente Siciliens, mit er-läuterndem Text. München iiitü, fol. , und: Hämische Bauverzierungennach der Antike gezeichnet und lithographirt von F. Gärtner, Professorder k. Akademie zu München ifl2b, gr. fol. Auf Blättern dieser Werkekommen die Initialen F G und das Monogramm des Künstlers vor. Dieobigen Zeichen findet man aber auch auf Gemälden und Zeichnungenin Aquarell. Letztere sind nicht immer architektonischen Inhalts.Gärtner zeichnete auch Figuren, und vereinigte sie mit vielem Ge-schmacke zu Genrebildern. Auch zufällige Ergüsse der Phantasie hielter in Farben auf Papier fest. Auf solchen Zeichnungen kommt daszweite Monogramm mit der Jahrzahl 1027 vor. Später gestattetenihm seine grossartigen architektonischen Entwürfe nicht mehr Müssezum leichten Spiele mit Crayon und Pinsel. Wir bemerken nur noch,dass Gärtner sich auch eines Monogramms bedient habe, welches in Ca-pitalen das F in G zeigt, so dass wir unter G F einen Rückweis liefern.
2109. Franz Goubean oder Gonbau, Maler von Antwerpen, warSchüler von W. Bauer, und machte auch in Italien
i Xis/S Studien. Er malte historische Darstellungen und Genre--iS16i/o bi K i er i u ,j er Weise des Peter de Laer, genannt Barn-boccio. Obiges Zeichen fand Dr. Goldschmid in Frankfurt a. M. aufeinem Gemälde, welches eine italienische Taverne im Geschmacke desJ. Miel vorstellt, und einen Künstler von Verdienst beurkundet. Dergenannte, im Jahre 1859 verstorbene Kunstfreund schreibt dieses Ge-mälde dem F. Goubcau zu. In den Registern der Confratcrnität deshl. Lucas in Antwerpen kommt dieser Künstler 1649 — 1650 als Meistervor, es ist aber möglich, dass er schon 1646 seine Reife erlangt hatte.Goubcau müssto daher erst nach seiner Rückkehr aus Italien um dieAufnahme in die St. Lukasgilde nachgesucht haben. Als Schüler irgendeines Antwerpner Meisters ist er in dem erwähnten Zunftbuchn nichtangegeben. Holländische Kunstfreunde behaupten nur, dass er in derhellen Weise des G. Secghors gemalt habe.
2110. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten Hälfte
/, . .. des 17. Jahrhunderts thätig war. Das gegebene Zeichentoi- I6M3- findet man auf dem radirten und gestochenen Titelblatteder Description distinete du Jeu de ürapeau, par Pasche. Halle, s. a. fol.
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