694 FAB —FAC. Nr. 1879 — 1881.
1879 Fnlnn Vr fer steht nach Frenzel (Catalog Sternberg I. .ioi». lamo. re. fec. No . 308 4) auf einem sehr seltenen Blatte,
welches in der Weise des Giulio Sanuti gestochen ist. Es stellt die
Verkündigung Maria vor. Links über dem himmlischen Botschafter
erscheint Gott Vater von Cherubim umgeben , und ein anderer Engel
in Rüstung hält die Waage. Unten steht: Hane Pordenon I. Lycinius
excud. Fabio. Ve. fec., s. gr. roy. fol. Das Gemälde befindet sich auf
dem Hauptaltare in der Kirche der Madonna degli Angeli zu Murano.
Graf Maniago (Storia delle belle arti Friulane p. 205) sagt, dass es
von einem mittclmässigen Künstler des 16. Jahrhunderts gestochen
worden sei. Nach^incr anderweitigen Angabe hat Giulio Licinio das
Bild der Verkündigung Maria in der genannten Kirche radirt. Der
Verfertiger des Blattes ist aber Fabio Licinio, über welchen wir unter
den Buchstaben Fi L. noch weiter handeln werden.
1880 Fabrizio Parmigiano soll nach Brulliot III. No. 332 ein
V h Pnr <i">il ^latt gestochen haben, welches die hl. Jungfrau mitrao. rar. scui. d em Kinde im Arme in halber Figur vorstellt. Untenrechts und links: An. Ca. In. — Fab. l'ar. Scul. Oval, kl. fol. FabrizioParmigiano war Landschaftsmaler, und führte ein so unstättes Leben,dass er kaum Zeit gefunden hat, in einer Kunst sich zu versuchen,welche ihm fremd war. Lanzi zahlt ihn zwar zu den Schülern derCarracci, dadurch ist aber noch nicht erwiesen, dass er das Bild derMadonna gestochen habe.
1881. Fabrizio Gblarl oder Claras, Maler und Radirer, geb. zu
V J> •/ ri * Cr I ^ om um l ß t 5 > g est - 1695. Als Autodidaktl aoril. US. mv. dem. ciner der bessten Künstler seiner Zeit, hinter-
liess er viele Gemälde in Oel und Fresco, und ahmte nicht selten dem
N. Poussin mit Glück nach. Wir haben es aber hier nur mit den ra-
dirten Blättern des Künstlers zu thun, da ihm Bartsch im Peintre-
graveur keine Stelle vergönnt hatte. Auf den von C. Bloemaert, B. Fariat
u. A. nach seinen Zeichnungen gestochenen Blättern steht: F. C. jn.
1) Venus und Amor. Sie sitzt nackt von vorn gesehen unter einemdurch eine reiche Draperie gebildeten Zelte im Schlafe begriffen, undAmor zeigt in halber Figur den Rücken. Letzterer legt die rechteHand an den Mund, und scheint sich zu entfernen. Den Grund bildeteine bergige Landschaft. Rechts unten steht: Fabril Cla. inv. scul.H. 4 Z. 8 L. Br. 3 Z. 7 L.
Dieses Blatt ist breit radirt, und mit kleinen Punkten vollendet.
2) Mars und Venus. Sie sitzen in Mitte des Blattes auf einemHügel bei einer Baumgruppe, deren Aeste bis an den oberen Randreichen. Mars hält das Schwert in der Linken, Venus sucht es ihmaber wegzunehmen , während links zwei Liebesgötter mit Schild undHelm sich beschäftigen. Ein dritter Amorine löset ihm die Sandalenauf. Weiter stützt sich Amor mit verbundenen Augen auf seinen Bogen,und rechts vorn setzt sich ein Amoret auf den Wolf. Im landschaft-lichen Grunde bemerkt man rechts einen Flussgott. Unten rechts amSteine: nicolavt pvssinvs inventor, links: fabritivs clarvs Scvl. 1635.H. 10 Z. 5 L. Br. 14 Z. 4 L.
Im zweiten Drucke steht unten rechts die Adresse: Gio. Jacomode Rossi formis i64() alla Pace.
3) Venus und Merkur. Erstcre sitzt in Mitte des Blattes am Fusseeiner Baumgruppe, welche sich bis an den Rand erhebt. Links nebenihr ruht Merkur mit dem Schlangenstabe. In Mitte des Vorgrundes,und rechts sieht man sieben Genien, wovon zwei mit einander ringen,