Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
540
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540 DVB. No. 1414—1416.

Die zweiten Initialen , noch kleiner als gegeben, findet man aufsehr zart radirten Blättchen , welche kleine Bildnisse und Köpfe ent-halten. Sie stehen an dem abgeschnittenen Arme einer männlichenBüste mit gekräuselten Haaren und Haarzopf nach links gerichtet.Unter dieser BtMc bemerkt man die Umrisse des Profiles eines anderenBildnisses von äusserst zarter Arbeit. Rechts oben ist eine zart vol-lendete männliche Büste in runder Einfassung nach Art der Medaillenmit leicht punktirtem Hintergründe , und unter diesem Bildnisse siehtman ein anderes nach rechts gerichtet, jenes, welches links nur ange-fangen ist. Auf einem anderen Blatte sind drei männliche und eineweibliche Büste, alle nur zart angelegt. Links sieht man das Kniestückeines Mannes mit Camisol und Perücke nach rechts gerichtet. DieBildnisse sind so zart und meisterhaft behandelt, wie nur die schönstenBlätter von Chodowiccki.

1414. Aart van Drever, der Landschaftsmaler, welcher um 1670

aW bis 1680 in Amsterdam thätig war, fand unter dem Mono-M grammc A VD. No. 1438 eine ausführliche Stelle, und hier_/* c-~\ y bemerken wir daher nur, dass sich obiges Zeichen aufl\ " i einem Kupferstiche von .T. Boydell finde. Das Blatt enthälteine Landschaft mit Figuren nach van Drever's Gemälde ans derSammlung des Mr. Poyner in Islington, qu. fol.

1415. Daniel van den Dyck, Maler und Kupferstecher, ist oben*-. unter dem Namen Daniel V. eingeführt. J. Piccini stachU. van. n&c \ l se ; nen Zeichnungen kleine Blätter zur Illustration derWerke des Loredano. Auf solchen Kupferstichen steht: D. van.,Daniel V. inue. und Daniel van lnuenlor. Man findet in älteren Cata-logen zuweilen Gemälde von einem />. Vanden, oder Vanden angegeben,worunter ebenfalls unser D. v. d. Dyck zu verstehen ist. Starb zuMantua um 1670.

1416. David Vinckboons, auch Vink-boons, Vinckebooms,„wi™. Vinckenbooms und D. V. Boons, Maler

B^-LvP/^ljp un d Radirer, geb. zu Mechcln 1578, gest. zu

"/DpY^'Pv Amsterdam 1629. Der Sohn des Miniaturmalers

/-vO / J&U-) 0'0 114 ■ Philipp Vinckeboons malte er anfangs Thieresehr fein in Wasserfarben, wandte sich aber bald dem Fache der Land-schaft zu, welches gegen Ende des 16. Jahrhunderts eine selbstständigeund eigenthümliche Richtung nahm. Er malte meistens Waldland-schaften mit biblischer Staffage , in denselben zuweilen auch mytho-logische Scenen und Jagden. Bedeutender ist er aber in Darstellungdes Dorflebens, wo Natur und Volk zu einem fröhlichen Ganzen ver-schmolzen sind. Die eigentlichen Genrebilder sind selten , aber beialler Energie und Laune doch von weniger Wcrth, als die landschaft-lichen Gemälde, welche die vorzüglichste Thätigkeit des Künstlers be-urkunden. Vinckboons ist fast in jeder Sammlung vertreten , Bildermit dem Monogramme kommen aber nicht häufig vor. Oeftcr findetman auf seinen Gemälden ein sprechendes Zeichen, nämlich einen aufdem Baumzweige sitzenden Vogel , einen Finken als Anspielung aufseinen Namen (Vink, Vink-boom, d. h. Finkenbaum). Die gegebenenZeichen kommen auch auf Kupferstichen nach Gemälden und Zeich-nungen vor, wie auf solchen von Bolswert, J. Matham, J. Londcrseel,W. Suancnburg, N. de Bruyn, A. Stock, P. Scrwouter u. A. Zuweilenschliesst sich an das Monogramm der Beisatz oons Inue. oder lnuenlor.C. van Mander sagt, dass Vinckboons auch Blätter radirt und ge-stochen habe , und er findet dieselben bewunderungswürdig, da derKünstler hierin keine Anweisung hatte. Descamps will wissen , dass