DS. Nr. 1367 — 1368. 523
Dann stach er das Bildnisa des Prinzen Carl Ferdinand von Polen,welcher 1655 als Bischof von Breslau starh. Die Blüthezeit des Portrait-malers D. Schulze fällt demnach um 1630-1665, und es fragt sich,ob er noch gegen 1688 gelebt hat. Um 1680, oder auch etwas früher,scheint aber D. Schultz seine Blätter radirt zu haben. Wir haltenuns nämlich an diesen Namen, welcher auf dem schönen und seltenenBlatte steht, in welchem der Künstler die Fabel von dem entfiedertenPfau behandelte. Die Beschreibung gaben wir im Künstler - LexiconXVI. S. 59 No. 1. Links unten im Kando steht: ü. Schultz f. Höhe10 Z. 9 L. und 3 L. Rand, Breite 7 Z. 8 L. Wir haben in dem be-zeichneten Werke auch auf die schöne originalseitige Copie aufmerksamgemacht, doch sind die Kennzeichen nicht genau angegeben. In derCopie sind die Berge und Wolken stärker angedeutet, indem alleSchatten von schwärzerem Tone sind, als im Original. In letzteremerscheinen sie heller und durchsichtiger, indem die Nadelarbeit leichtergehalten ist. Im Original reichen die zwei Blätter der links untenstehenden Pflanzen in den Plattenrand hinein, in der Copie erreichensie ihn nicht, Auch ist letztere nur 7 Z. 5 L. breit.
Das Blatt mit dem gegebenen Zeichen zeigt eine Gruppe von dreiHühnern auf einem Erdhaufen neben der im Mittelgrunde bis an dasDach sichtbaren Hütte. Links sind zwei Enten im Wasser und rechtssteht eine Truthenne. Weiter zurück bemerkt man einen Hahn mitdrei Hühnern. Das Monogramm zeigt sich an einem Balken der Hütte.H. 4 Z. 5 L. Br. 8 Z. IL. Heinecke schreibt dieses Blatt demB. Castiglione zu, und betitelt es: La Menagerie de pouhs de coqsd' Inde et de canards.
Ein drittes Blatt dieses Meisters, das grösste von allen, führt ineinen Hühnerhof, wo der lauernde Kater die geflügelten Bewohner inAllarm versetzt. Dieses Blatt ist im Künstler-Lexicon No. 3 beschrieben.Es ist ohne Zeichen und Namen. H. 7 Z. 5 L. Br. 12 Z. 4 L.
1367. Unbekannter Kupferstecher, welcher zu Anfang des 17. Jahr-iiosl'frl hunderts 1° Holland thätig war. Brulliot, App. I. No. 202,
v T, kennt ein Blatt mit diesem Zeichen, welches nach MatthaeusCap. 22 den König vorstellt, wie er den Mann ohne hochzeitlichesKleid ergreifen lässt. Wie das Monogramm, so ist auch die Inschriftverkehrt: Wient pont mit ii beiteel etc. Rund, Durchmesser 3 Z. 2 L.,mit der Umfassungslinie.
Die Platte scheint ursprünglich nicht zum Abdrucke bestimmt ge-wesen zu seyn, da die Schrift nicht verkehrt eingestochen ist.
1368. Unbekannter Metallschneider, welcher zu Anfang desT\ <-v * 6- Jahrhunderts, oder noch früher thätig war, ist oben1)0 unter dem Monogramme D S. No. 1355 bereits eingeführt,f* O ' und daher bemerken wir hier nur, dass sich die gegebenenInitialen auf einem Blatte finden, welches den leidenden Heiland ineiner Nische stehend vorstellt. Mit der Dornenkrone auf dem voneiner strahlenden Aureole umgebenen Haupte, ist er fast von vorn ge-sehen. Aus der Herzwunde flicsst Blut, und darnach deutet er mitden beiden erhobenen Händen. Links eben über der Nische knietMaria mit der Krone auf dem Haupte , und gegenüber segnet GottVater den Akt der Empfangniss, während der hl. Geist über der heil.Jungfrau schwebt. Rechts in der Nische hängt ein Wappenschild, inwelchem die Passionswerkzeuge angebracht sind. Rechts unten an derBasis der Mauer bemerkt man die Initialen Ü S. Höhe 12 Z. 5 L.Breite 4 Z. 11 L. Das Gegenstück zu diesem sehr seltenen Blattehaben wir unter dem Monogramme D S. 1. c. erwähnt.