Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
524
Einzelbild herunterladen
 

524 DS. Nr. 1369-1371.

1369. Unbekannter Formschneider, welcher in den beiden ersten_. « Deccnnicn des 16. Jahrhunderts thätig war. Ein mit den ge-2* " gobenen Initialen versehener Holzschnitt deutet auf Basel, Indem Verzeichnisse der Mitglieder der Zunft zum Himmel daselbst kommtaber kein Meister vor, auf welchen die Buchstaben I) S. bezögen werdenkonnten. Ks wäre daher möglich, dass der Künstler in Strasslmrg, oder ineiner anderen Stadt gelebt hat. Kr schnitt die grosse Titclvignettc des .Jo-hannes Amorbach. Innerhalb eines Portals steht ein Basilisk aufrecht,und halt mit einer Kralle das "Wappenschild der Stadt Basel, dessenRiemen ihm um den Hals geschlagen ist. Auf dem oben im Portalehängenden Täfelchon steht in alten Charakteren BASILKA , und dieJahrzahl 151 1 darunter. Rechts unten im Boden stehen die Buch-staben BS. Diese Vignette ist auf den Titeln folgender Werke eingedruckt:

Clemenlis Quinti Constitutione* In Concilio Viennensi Edila. Imp.Ilasilee p. mijros iohannes Amorbacliiu, Petri et Froben. 1HDXI. , gr. fol.

Summa Antonini Arrhii'piscopi Florentini. Itasileae , Jo. Amorbachet l'ete.r Froben. 1511, fol.

In dem einen oder dem anderen dieser Werke sind die erstenAbdrücke, oder es ist bereits die Vignette zum zweiten Mal geschnitten,da die Angaben hinsichtlich des Masses differiren. Wir haben nämlicheine Messung von 7 Z. 9 L. Höhe. und 5 Z. 3 L. Breite, währendim v. Derscbau'schen Catalog die Vignette der Tertia pars SummaeAntonini auf 9 Z. 4 L. Höhe, und 5 Z. 2 Li Breite angegeben wird.Derselbe Holzschnitt wurde auch zum zweiten Bande benutzt, im erstenund vierten Tbeile des genannten Werkes ist aber eine wesentlicheVeränderung bemeiklicb. Der Basilisk hält den Riemen des Schildesmit dem Schnabel, und die Initialen des Künstlers fehlen. Die Plattemit letzteren wurde auch zur Ausgabe des Decretum Gratiani cumglossis Johannis Theutonici et annotationibus Hartholomaei lirixiensis. Ha-sileae, Jo. Amorbachius 1512 fol., benutzt. Die Vignette auf demTitel dieses Werkes ist 7 Z. 9 L. hoch und f> Z. 3 L. breit.

1370 unbekannter Formschneider, welcher in einer späteren_ w Zeit lebte, als jener I) S, über welchen wir im vorherhenden*J &• Artikel gehandelt haben. Kr war um 1550 thätig, und ar-beitete für Buchhändler und Buchdrucker. Nach Brnlliot II. No. 640findet man Zierleisten und Vignetten von ihm. Wir kennen nur dieschöne Titelbordare mit Medaillons, Kinderfiguren &c. Zu dem Werkevon Urbanus Regius: Von volkommenhcit des leidens Christi etc.

1371. Daniel Seidel von Basel, genannt Danielmännchen, übte in,gS der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Formschneidekunst.J) sf Er lebte mehrere Jahre in Berlin , wo ihn Thurncysscr be-«raa. sebäftigte , so dass man den grössten Theil seiner Blätter inden Werken des genannten Schriftstellers findet. Auf mehreren Holz-schnitten stehen die Initialen I) S. mit dem Messerchen, wie auf demBildnisse des Kranz Fabricius und auf den Titeleinfassungen der Druck-werke Tburneysser's. Kino solche zu dessen Onomasticum. Ilerlin, Nie.Vollz 1503, fol., zeigt sechs allegorische Figuren auf und in einerarchitektonischen Einlassung. Ihre Attribute kennzeichnen sie linksvon oben abwärts als Gesetz, Mass und Kriede, rechts als Geographie,Philosophie und Geschichte. Die kleinen Buchstaben mit dem Messer-chen sind rechts zur Seite des Postaments, auf welchem die Philosophiesteht. Auch Thurncysser's Magna Alchymia. Ilerlin 1503 , hat einemit D 8. bezeichnete Titeleinfassung.