DR. Nr. 1337. 515
verschlungen sind, so dass wir auf diesen Meister zurückkommenmüssen. Bartsch, P. gr. XIV. p. 391, deutet aher auch das gegebeneZeichen auf Marco Deute, und nimmt die Chiifre zwischen I) und Rfür M. Aus dieser ungewöhnlichen Versetzung der Buchstaben würdenun die Lesart üente Marco Ravennat hervorgehen. Allein diese Formdes M ist ohne Analogie , und man könnte noch viel eher A lesen.Wir erkennen aber darin nur ein zufälliges Trennungszeichen, welchesals solches ohne Bedeutung ist, wie diess bei alten Meistern zu wieder-holten Malen vorkommt. Es scheint auch, dass das Zeichen späteraufgestochen wurde , indem Blätter in dem schönsten Drucke ohnedasselbe vorkommen. Der Stecher gehört jedenfalls der Schule desMarc-Anton an, es ist aber gerade keine Folge, den Marco di Ravennaals solchen zu bezeichnen , obgleich die betreffenden Kupferstiche mitjenen des Marco Dente grosse Verwandtschaft zeigen. Wir halten denMeister D R. für einen Goldschmied, welcher zu Anfang des 16. Jahr-hunderts gelebt hat, anscheinlich als älterer Zeitgenosse des Marco diRavenna. Die folgenden Blätter gehören wenigstens alle zur Classeder Goldschmicdsornamente.
1) [B. No. 556] Ein Zierfcld mit einer Vase, welche auf einemPiedestale steht. Ueber der Vase erhebt sich eine groteske weiblicheGestalt mit zwei Feuerfackeln, und unten zu den Seiten des Sockelsbemerkt man zwei Vögel. Die Seitenfeldcr sind mit Laubwerk gefüllt.H. 7 Z. 10 L. Br. 4 Z. 7 L.
Bartsch versichert, dass unten links vom Piedestale der BuchstabeD mit dem mittleren Zeichen , und rechts R stehe. Im Cabinet Cico-gnara war aber ein vollkommen reiner Abdruck ohne Zeichen. Erzeigt keine Spur einer Retouche, und daher ist anzunehmen, dass dasMonogramm erst beim zweiten Drucke aufgestochen oder eingestempeltwurde.
2) Ein ähnliches Feld mit einer auf einen Widder gestellten Vase,über welcher eine Lampe sich zeigt. Zu den Seiten von unten aufbreitet sich Laubwerk aus. H. 7 Z 6 L. Br. 4 Z. 5 L.
Diess ist das Gegenstück zu obigem Blatte, nnd wird von Bartschnicht erwähnt. Im Cabinet Cicognora war ein vollkommener Abdruckohne Zeichen, es ist aber möglich, dass auch Exemplare mit demselbenvorkommen.
3) [B. No. 557] Ein Zierfeld mit Laubwerk, welches aus denBeinen des unten sitzenden Kindes hervorkommt, und mit jenem vomKopfe ab sich vermengt. Das Kind erfasst mit der erhobenen rechtenHand Zweige mit Blättern. H. 5 Z. 1 L. Br. 7 Z. 9 L.
Nach Bartsch ist dieses Blatt wie No. 1 bezeichnet, d. h. das D™it dem Schnörkel links unten , und das R rechts. Wenn man sicheine Linie hinüber denkt, so stehen aber hier die Buchstaben und dieChiffre auf gleicher Basis, während bei No. 1 das R tiefer steht. DasExemplar aus dem Cabinet Cicognara ist ohne Zeichen, dagegen be-merkt man aber rechts unten die Adresse des Antonio Salamanca, dochschwer lesbar, wesswegen sie Bartsch wahrscheinlich übersehen hatte.
4) Ein Zierfeld mit einer Fratze in der unteren Abtheilung, unterwelcher nach rechts und links Blätterwerk ausgeht, womit sich auchnach oben der Raum füllt. Rechts unten bemerkt man Salamanca'sAdresse. FI. 7 L. 9 L. Br. 5 Z. 1 L.
Dieses Blatt schreibt Bartsch No. 555 dem Agostino Venezianozu , es stimmt aber in der Behandlung mit dem vorhergehenden. Beidenscheinen antike Vorbilder zu Grunde zu liegen.
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