Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
511
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DK. Nr. 1324 — 1325. 511

München von 1811 , gr. 4. Selten sind nur die Abdrücke, vor denUnterschriften. Keim zweiten Drucke wurden diese beigefügt, undendlich lioss Zcller seine Adresse aufstechen. Die Blätter sind sehrschön rndirt und mit der Schneidnadel vollendet; in malerischer Hin-sicht stehen aber die Landschaften mit Figuren und Architektur hoher.

1324. Nicolas le Rouge, Buchdrucker in Troycs. war als solchert y, wohl nicht Künstler, gab aber ein sehr schönes llolzsehnitt-^ ^ werk heraus, welches zu den grössten Seltenheiten gehört.

v> |' "\ Man kennt fast nur das Exemplar auf der k. llofbibliothek1 <j in München, welches Professor Masstnann (Literatur der■S\\s- Todtentänze , Abdruck aus dem Serapeum 1840) S. 99 be-schreibt. Es erschien unter folgendem Titel: LA grant banfe macabre |bee F)0'7iee bes f?inea j fjneforiee augmefee be | beuulj bilj en Min. \\ £e »»OutDu rorp et be lume. | Ca comptuittte be laroe bumuee. | lEr.fjortafioii be dienfiure et dien mnurlr , Ca tue be' maulunie anferfjriaf. | £e (|uitije fignea |Ce iugement. | Jmiirime a ßrnnee nar ttikolaa le rouge bemourant en | lagruut' rue a lenfeigne bt Deniae. (in|irea la belle croir,. Am Schlüsse: W.39«- oder ÄüLj; £ij flnUt la bauee marabre bee Ijomea | bea feintne fjiafoire'[t nuljmentee be | prfonagee et beaulj bifj en lutin: | Jmurimee a SroneeV'ir ttirolae le rou | ge bemourunt etv la gr«t rue a lenfeigne | be Denifeflupree la belle troir, Can Ittil | ctt ccjr,f i ii le ji ionr be 3uing. ||gr. fol.

Auf der Stirnseite ist ein Holzschnitt mit vier aufspielendenTodten eingedruckt, und die Kehrseite zeigt den Buchdrucker LeRouge, wie er vor der Madonna kniet. Auf seinem Spruchzettel steht:Mater, dei. memeto mei. Hinter ihm hängt am Baumstamme sein SchildM't dem obigen Zeichen. Unter dem Bilde beginnen die lateinischenVerse, und dann folgen die französischen u. s. -w. Das Werk enthältf 0 Holzschnitte ausser den oben genannten, und die Verse laufen aufjeder Seite oben unter den Bildern fort. Letztere sind sehr gut ge-schnitten , auf keinem Blatte ist aber ein Künstlcrzeichcn. Ob N. leHouge aus der Zunft der Briefmaler oder Formschneider hervorge-gangen, lässt sich nicht bestimmen, gewiss ist aber, dass mehrere alteBuch- und Kunstdrucker ursprünglich derselben angehörten. Manföchte zwar einwenden , dass 1528 das Geschäft des Buchdruckersund Formschneiders wohl durchgängig geschieden war: allein es kommennoch immer Fälle vor , in welchen der Drucker und Schneider EinePerson sind. Jakob Kcrvcr z. B. ist beides zugleich.

1325. David Ryckaert Jun., Maler von Antwerpen, wurde nachTT\ der gewöhnlichen Annahme 1615 geboren, und von seinemJ\) gleichnamigen Vater in den Anfangsgründen unterrichtet,"*-*o.F*m£, J)j e Leistungen des letzteren sind nicht bekannt, David%ckaert der Sohn ist aber in den vorzüglichsten Gallonen vertreten.«JT malte Genrebilder in der Weise des D. Teniers und A. Brouwer,w,r wissen aber nicht, ob auf einem derselben das gegebene Mono-gramm vorkomme. Man findet es dagegen auf einem radirten Blatte,welche« den Kopf eines lachenden Bauers zum Gegenstände hat. Erist i„ ( j er Weigg ,] M a. Brouwer gezeichnet, und das auf dem BlatteGehende Monogramm punktirt, 8. Diese Kadirung scheint sehr selten* u seyn. sie wird im Catalog der Sammlung des Grafen von Fries^•144 No. 11 beschrieben, mit zwei anderen Blättern, welche eben-falls Köpfe von Bauern vorstellen. Ob auf einem derselben das Mono-gramm vorkomme, wissen wir nicht.