512 DR. Nr. 1326 — 1328.
1326. Unbekannter Maler, dessen Blüthczeit die beigefügte Jahr-
, zahl bestimmt. Brulliot I. No. 1680 bringt dieses Monogramm
/oo'y nach einer handschriftlichen Aufzeichnung des bekannten
Kunstsammlers J. Hazard , welcher behauptet, dass man esauf fein vollendeten Gemälden eines italienischen Meisters
R)
-'-*C> finde. Den Inhalt dieser Bilder gibt Brulliot nicht an, undwir haben auch anderwärts kein Werk dieses Meisters erwähnt ge-funden. Es fragt sich aber, ob die Bilder mit diesem Zeichen wirklichvon einem italienischen Meister herrühren , da sie aus einer Zeitstammen, in welcher auch deutsche und holländische Künstler der ita-lienischen Schule ihre Eigenthümlichkeit opferten. Wir machen aufdrei Meister aufmerksam, welche den Zeitgenossen sicher bekanntwaren, in der Kunstgeschichte aber unerwähnt blieben. Vielleichtdeutete der eine oder der andere durch das gegebene Zeichen seinenNamen an. David Remeeus malte um 1590 — 1610 in AntwerpenBildnisse und historische Vorstellungen. Cornelis , Hans und Pauwelsde Vos waren seine Schüler. Daniel Richter war in den beidenersten Dccennien des 17. Jahrhunderts in Dresden thätig. Im Jahre1617 malte er den Einzug des Kaisers Mathias und des römischenKönigs in der genannten Stadt. Dieses Bild erhielt der Herzog Morizvon Hessen. In seinem Siegel führte er die Buchstaben 1). R. , undsomit könnte er sie auf Gemälden verschlungen haben. DietrichRaffens teiner wurde 1589 Cammermaler des Kaisers Rudolph IL,und stand mehrere Jahre in Diensten desselben. Der genannte Kaisernahm keinen Stümper an, man sucht aber vergebens nach einem BildeRaffenstciner's.
1327. Riebard Dagley, Zeichner und Radirer, war um 1827 in
R London thätig. Sein Zeichen' findet man auf vielen kleinen Ra-dirungen in folgendem Werke : üeath's Doings, consisting of nu-merous Original Compositions in Prose and Vese, the {Händig Contribu-tions of various Writers; Principally inlended as Illustration* of Thirtyplatt designed and etched bg II. üagley , Auetor of select Geras from theAntique etc. London 11121, 8. Diess ist die zweite Ausgabe. Die erstehat die Jahrzahl 1026. Es handelt sich um einen Todtcntanz in mo-derner Nachahmung.
1328. Unbekannter Maler, welcher um 1560—1580 in Zürichr^VJ gelebt zu haben scheint. Er gehört der Richtung
t~\ -pn des Hans Rudolph Manuel Deutsch an , und istJ — V> /*\- wohl nicht jünger, als dieser Meister. Man findetA5 IX. 6'6.,-TfL Zeichnungen von seiner Hand, welche mit der Federund in Farben ausgeführt sind. Auf diesen Zeichnungen kommt daserste Monogramm vor, welches Brulliot App. I. No. 201 gibt. Er ent-nahm es einer Zeichnung mit einem Schweizer Soldaten , welcher einegrosse Faline trägt. Rechts unten steht: Zürich. Höhe 15 Z. 9 L.Breite 11 Z. 6 L. Das zweite Monogramm befindet sich auf einemHolzschnitte in S. Münster's Cosmographie von 1580. Dieses Blattzeigt eine am Ufer sich ausbreitende Stadt, welche links von einergrossen Burg auf dem steilen Felsen überragt wird. Der Zeichner istsicher unser Monogrammist, und man kann ihn auch für den Form-schneider halten. Ein zweiter Holzschnitt mit dem vierten Zeichengibt eine Ansicht der Stadt Mekka, oder Mecha, wie sie auf demBlatte genannt ist. Man findet diese Abbildung in Nicolaus Hönigcr'sBoffhallung des Türkhischen Keysers vnd Othomannischen Reichs beschreibung.Basel 1570, fol. Auf einem anderen Holzschnitte dieses Werkesstehen die Buchstaben ü. R.