DMC— DMD. Nr. 1241 —1244. 485
1241. Julias und Hieronymus Campagnola werden bei Brulliotii I. No. 186 als die Träger dieses Zeichens genannt, wir verweisen
P. aber auf Bd. I. No. 2231, wo das Monogramm richtiger gegebenCA jg^ da nach Passavant's Versicherung der Buchstabe D mit MB\ nicht verschlungen ist, sondern M allein steht. Sollte das ge-gebene Zeichen wirklich genau seyn , dann handelt es sich um einenanderen Abdruck des 1. c. beschriebenen Blattes.
1242. Daniel Meisner oder Meissner von Kommothau in Böhmen,_ . ~ -q wird zu den Kupferstechern gezählt, was wir dahingestellt
Z/'AvL/'Jj gC y n lassen. Man findet die Initialen D.M.C.B. aufKupferstichen, welche Bildnisse von Kaisern, Churfürsten und anderenhohen Herren zu Pferde vorstellen, wenigstens in 87 Blättern, 8. Aufeiner Anzahl derselben steht ein aus CLP. bestehendes Monogramm,unter welchem wahrscheinlich der Zeichner seinen Namen angedeutethat. Der Kupferstecher ist nicht genannt, wir glauben aber, dass sievon Eberhard Kieser herrühren, mit welchem I). Meisner zu Frankfurtam Main in Berührung kam. Hüsgcn (Nachrichten von FrankfurterKünstlern S. 42) sagt nämlich, dass E. Kieser hauptsächlich seineKunst an dem von 1620—1630 erschienenen Thesaur. l'hüopoliticus,d. i. politisches Schatzkästlein, des Daniel Meisner bewiesen habe.Dieses uns unbekannte Werk ist nach Hüsgen mit vielen schönenKupferstichen geziert, und vielleicht finden sich in demselben dieFürstcnbildnisse. In diesem Falle wäre aber Meisner nicht als Kupfer-stecher zu betrachten, sondern höchstens als Zeichner, wofür wir ihnindessen nicht halten. D. Mcisncr war Dichter , und wahrscheinlichbei der Herausgabe des Werkes betheiligt, wie diess auch mit demTodtentanze des E. Kieser der Fall ist. In der Widmung desselbenvon 1623 nennt er sich: Daniel Meisner a Commenthavv, Boh. Poet. C. C.Wir haben also in ihm einen kaiserlichen gekrönten Dichter.
1243. Domenico Maria Canutt, Maler und Radirer von Bologna,D. M C F ) war Schüler von G. Reni. Seine Malereien in Ocl
D, .' /-i" t ' > und Frcsco sind zahlreich, und verrathen den. JM. Kj. 1. | Nachahmer des genannten Meisters. Canuti hatteaber keinen glücklichen Farbensinn, obgleich er Guido's Bilder täu-schend nachbilden konnte. Bartsch P. gr. XIX. p. 222 beschreibt dreiradirte Blätter von ihm, und darunter ist No. 1 mit den InitialenH- M. C. F. bezeichnet. Es stellt die Madonna mit dem Kinde aufWolken vor, wie sie in der linken Hand den Rosenkranz hält, dieMadonna del Rosario als Patronin von Bologna, über welcher Stadtsie schwebt. H. 9 Z. 6 L. Br. 7 Z. Im ersten Drucke ist der Randmit der Dedication an Nicolo Calderini breiter. Später wurde diePlatte unten beschnitten , und daher fiel die Dedication weg, wasBartsch nicht bemerkt. Ein anderes, mit D. M. C. I. bezeichnetes, abernicht von Canuti radirtes Blatt, welches Bartsch ebenfalls unbekanntWieb, stellt die hl. Jungfrau mit dem Kinde in den Armen, und denkleinen Johannes vor, halbe Figuren von guter Zeichnung. Links«nten in der Ecke stehen die Initialen. H. 6 Z. 8 L. Br. 5 Z. 7 L.Das Todesjahr dieses Meisters ist nicht genau bekannt. NachCrespi starb er 1684 im 64. Jahre, nach Gori 1677 im 55. Jahre.
1244. Unbekannter Kupferstecher, welcher nach Heinecke's Ver-muthung (Neue Nachrichten von Künstlern &c. S. 361) gegenEnde des 15. Jahrhunderts gelebt haben soll. Heller (Monogr.-
Lexicon S. 102) behauptet entschieden, dass der Träger dieses Zeichensum 1500 thätig war, was sich aber noch nicht bestätigt hat. Das Blatt