Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
486
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486 DM F. Nr. 1245 - 1248.

mit demselben stellt nach Heinecke ein unter einem Zelte sitzendesnacktes Weib vor, welches eine Hirschkuh zwischen den Knieenfüttert &c. Diess ist dieselbe Composition, welche wir unter demMonogramm AHM Bd. I. No. 438 beschrieben haben. Das von Ilei-necke copirte Monogramm ist höchst wahrscheinlich ungenau, undwenn es je leidlich gegeben ist, so möge man an der bezeichnetenStelle die weitere Beschreibung des Kupferstiches nachlesen.

1245. Martin de Vos soll nach der Angabe im Cabinct Le BrunX\Tri der Träger dieses Zeichens seyn. Es wurden ihm Gemälde

Usl-t mit demselben zugeschrieben, wir wissen aber nicht, wohindiese Bilder gekommen sind. Auch fragt es sich, ob sie von M. de Vosherrühren, was aus den vielen nach ihm gestochenen Blättern ermitteltwerden könnte. Das gegebene Zeichen kommt aber auf keinem der-selben vor. M. de Vos bildete sein Monogramm in gerader Linie ausden Buchstaben M d V., oder bediente sich auch der Initialen M.ü. V. F.Diese Buchstaben kann man indessen auch aus dem obigen Mono-gramme herausfinden.

Es lebten zwei Künstler dieses Namens, Vater und Sohn. M. de Vosder Sohn kommt im Buche der Confraternität des hl. Lukas in Ant-werpen unter dem Jahre 1606 vor. Vielleicht bediente sich dieserübrigens ziemlich unbekannte Meister des obigen Zeichens. Ueberden älteren M. de Vos handeln wir unter MnV ausführlicher.

1246. Unbekannter Kupferstecher , welcher im 17. Jahrhundert

M-r-' in Deutschland lebte , und vielleicht zur Classe der Gold-i. " schmiede gehört. Man findet kleine Blätter mit biblischenVorstellungen in ornamentirter Einfassung. Stiche dieser Art dientengewöhnlich den Goldschmieden zu Mustern. Es scheinen Folgen zubestehen , da die Dimension verschieden ist. Auf anderen Blätternweicht das Monogramm ab, indem unter dem ersten Schenkel des Mder Buchstabe ü steht. An Daniel Mignot ist daher nicht zu denken.

1247. Domenico Maria Fratta, Zeichner und Maler von Bologna,t^t-i geb. 1696, gest. 1763. Schüler von D. Creti, brachte er es

JS/Ü. als Maler zu geringer Vollkommenheit, die vielen noch vonihm vorhandenen Federzeichnungen beurkunden aber sein Talent zurhistorischen Composition. G. Cantersani, G. Benedetti, A. Bolsoni,G. Cantarelli, L. Mathioli &c. haben deren in Kupfer gestochen. So-wohl auf Zeichnungen, als auf Kupferstichen kommt das Monogrammdes Meisters vor.

1248- Daniel Mignot, Zeichner, Kupferstecher und Goldschmied,TOT Tp- trat um 1590 in Augsburg als Künstler auf, scheint

^- JK ^ r ff aber französischer Abkunft zu seyn. Ein genialer^25/f Zeichner, und eben so tüchtiger Kupferstecher, hinter-

liess er mehr als 150 Musterblätter für Goldschmiede, welche in Folgenerschienen , und complet sehr selten zu finden sind. Der Name desKünstlers steht gewöhnlich nur auf dem Titclblatte, die übrigen Blättersind meistens mit dem Monogramme versehen. Selten kommt es ohneF vor. Ein Verzeichniss der Blätter ist nicht vorhanden. Wir legenhier den Catalog Ileynard I. No. 347 — 352 zu Grunde, wo 6 Folgenangezeigt sind. Der im Jahre 1846 verstorbene Kupferstecher OvidcEeynard in Paris brachte eine reiche Sammlung von Musterblätternalter Meister zusammen, und veranstaltete zum Zwecke der Kunst-Industrie, folgendes Werk: Ornaments des aneiens maitres (orfevriers-graveurs)'des XV, XVI, XVII et XVIII siecles, recueillis par O. Ileynard,