Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
484
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484 DMA. Nr. 1240.

die Angabe des genannten Schriftstellers genau ist, so haben wir keineDeutung für das obige Wort. Die Jahrzahl scheint undeutlich zu seyn.Auf Dominique Barriere von Marseille ist nicht zu rathen, da dieserKünstler um 1622 geboren wurde, und daher die Jahrzahl 1(10. nichtfür ihn stimmt. Auf einer Folge von sechs Blättern mit Gebirgsland-schaften und Figuren nennt er sich 1). Barriere Mars., d. i. Marsiliensia.Die obige Inschrift auf einen Künstler aus Marseille zu deuten , istgewagt.

1240 D MAR V stc ^ lt nac * 1 H°^ cr (Monogr.-Lex. S. 107)• auf Kupferstichen des Zoan Andrea,' dergenannte Schriftsteller nennt aber nach seiner Weise kein Blatt mitdieser Abbreviatur. Brulliot III. No. 290 konnte sich daher von derRichtigkeit der Angabe Heller's nicht überzeugen, indem ihm ebenfallskein Blatt dieser Art vorgekommen war. Brulliot glaubt aber, denSchlüssel auf Blättern des Nicoletto da Modena gefunden zu haben,auf welchen diese Abbreviatur DIVVS MARS bedeuten soll. Wirkennen allerdings ein Blatt des Nicoletto, welches einen römischenKrieger mit Schild und Lanze vorstellt, d. h. den Kriegsgott Mars.Am Picdestal links steht aber nicht die fragliche Abbreviatur, sonderndie volle Schrift: DIVO MARTI, ohne V, welches Brulliot unerklärtlässt. Die Inschrift D. MAR. V. findet man wirklich auf einem demZoan Andrea zugeschriebenen Blatte, auf jenem , welches BartschNo. 22 beschreibt. Es ist diess ein Zierfeld mit einer Syrene zwischenzwei Kindern, wovon jenes zur Linken die Schalmey, das zur Rechtendie Olarinette bläst. Lieber diesen Figuren halten zwei andere Kindereine Tafel mit der Schrift: D. — MAR. — V. Auf dem Piedestal stehendrei Vasen übereinander in Verschlingung mit Laubwerk, Füllhörnern,Emblemen &c. Oben sind zwei geflügelte Genien mit Schilden, undauf dem Stocke, welchen sie halten, ist ein leeres Täfelchen. H. 9 Z.7 L. Br. 2 Z. 10 L. Dieses Zierblatt ist sehr schön, und correct ge-zeichnet und gestochen. Die gegebene Abbreviatur kann aber nichtDivus Man bedeuten. Wir stimmen dem A. Zanetti (Cabinet Cicognarap. 152 No. 198) bei, wenn er die Zeichnung zu einem verzierten Pi-laster des Dogenpalastes in Venedig vermuthot, und Divi Marci Vene-tiarum liest, oder eine Dedication an den hl. Marcus in Venedig: DivoMarco Venetiis vermuthet. Auf einer von Bartsch No. 56 dem Nicolettoda Modena zugeschriebenen Arabeske stehen ebenfalls rätbsclhafte.Buchstaben. Dieses Blatt zeigt oben zwei mit den Händen an einenBaumstamm gebundene Männer. Rechts schreibt ein Genius die Buch-staben D. M. — A. — N. auf die Tafel. Auf zwei kleinen Täfelcbcnwiederholen sich die Buchstaben NO zu den Seiten einer Vase. Höhe9 Z. 9 L. Breite 4 Z. 9 L. Ob dio Buchstaben D. M. wieder DivoMarco, und A. N. Aurifex Nicoleim zu lesen seien, lassen wir dahingestellt, gewiss ist aber, dass D, M. keinen Künstler andeute. DieDedication an den Kriegsgott Mars enthält aber die Buchstaben D. M.auf einem Zierstreifen des Blattes No. 55 bei Bartsch. Oben in derMitte der Arabeske trägt Mars Helme und Schilde auf einem Stocke,und unten sind zwei Sklaven mit gebundenen Händen. Auf der Tafelüber dem Kriegsgotte steht: M. PRELIORVM DEVS. Die eine derbeiden Famen schreibt D. HJ., die andere 8, C. auf die Tafel. Untenauf einem Schildchen stehen die Buchstaben N ß zu den Seiten derVase. II. 9 Z. 7 L. Br. 4 Z. 8 L. Die Buchstaben N R werden aufNicolo Rosex, d. i. Nicoletto da Modena gedeutet. Dio BuchstabenD. M. beziehen sich daher auf keinen Künstler, sondern sind wahr-scheinlich DIVO MARTI zu lesen.