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466 DKN. Nr. 1187 - 1189.
Wir stimmen für letzteren, und lesen: Jacob Kay von Lätzen. DerBuchstabe D erregt indessen Bedenken , wenn man nicht Delineavitoder De Lünen herausbringen will. Für den Formschneider haltenwir den J. Kay nicht; die Dedication an diesen Meister lässt auf einezweite Person schliessen. Ob darunter Vitus Baumhaucr zu verstehensei, lassen wir in Ermanglung eines besseren Grundes, als jenerScharold's ist, dahingestellt. Im deutschen Kunstblatt 1851 S. 405 istdas Monogramm sehr mangelhaft gegeben, so dass man einen ganzanderen Künstler vermuthen müsste. Die obige Copie ist nach demOriginale genommen.
1187. David Kind, Maler, war um 1650—1660 in Hamburg thätig.. Er malte sehr schöne Bildnisse, theils in Lebensgrösse,
__^ und in Stcllungeu, wie sie A. van Dyck liebte. Im Co-
t_ r lorite gibt sich ein Nachahmer des Rubens kund, in
Fj ji.-\ der Beleuchtung aber erinnert er mehr an Rembrandt.
In den älteren Häusern zu Hamburg müssen sich noch
"p r -p. r Bilder von ihm finden. Wenigstens waren zu Anfang
-L>lV-Lv\- unsers Jahrhunderts noch solche vorhanden, und es ist
nicht anzunehmen, dass sie sogar aus den Rüstkammern
geschleudert wurden.Sie haben auch alsCostümstückeWerth.
1188. Unbekannter Formschneider? Die Initialen D. K. N. findetn ]( \f man auf einem Blatte der Prachtbibel, welche\J. IV. 1\. 1530. 1533 vo „ Ludwig Dictz in Lübeck gedrucktwurde. Der fragliche Holzschnitt stellt die Arche Noah's vor, und aufkeinem zweiten wiederholen sich die Initialen. Sie könnten sich daherauf den Gegenstand beziehen , und durch ein Blatt in Luther's Bet-büchlein, Wittenberg 1545, ihre Erklärung finden. Auf Fol. 228>>- istdie Arche mit der Aufschrift: DER KASTE NOE. So dürften dieBuchstaben D. K. N. auf dem Blatte der Lübecker Bibel dasselbe be-deuten. Man wollte indessen darunter auch den Formschneider ver-muthen , was wir weder verneinen , noch bejahen wollen. Die Zeich-nungen zur Bibel, und wahrscheinlich auch die Holzschnitte, sind vonErhard Altdorifer. Wir haben darüber im ersten Bande No. 2523 ge-handelt. Vergl. Wiechmann - Kadow , die mecklenburgischen Form-schneider S. 19, und R. Weigel's Kunstkatalog No. 8517. Letzterergibt den vollständigen Titel der Bibel.
1189. David Kännel von Heidelberg soll der Träger dieser Zeichenseyn , wir finden aber keinen hinreichenden Grund, andiesem Namen entschieden festzuhalten. Es fehlt der
_/ ]y\r urkundliche Beweis, dass ein David Kännel in Heidel-J_J /v*- berg gelebt habe, und es liegt nicht einmal eine alte. ~ Tradition zu Grunde. In den Catalogcn deutscher Samm-
/ J 2 ■y- lungen kommt dieser Name auch nie vor, sondern nurim Cataloge der Handzeichnungen des Louvre figurirt er. Nach dergefälligen Mittheilung des Herrn Direktor Passavant wird ihm daselbstdie Zeichnung eines Fahnenträgers mit der Jahrzahl 1524 zugeschrie-ben , oder vielmehr das erste der oben nach Passavant gegebenenZeichen wird auf einen David Kännel gedeutet. Das zweite Monogrammverdanken wir der Mittheilung des Herrn Harzen, welcher es ebenfallsim Louvre auf einer mit Weiss gehöhten Federzeichnung vorfand.Dieses Blatt stellt ebenfalls einen Fähndrich vor. Der angeblicheZeichner David Kännel ist wahrscheinlich aus unserm StrassburgerDavid Kandel entstanden, dessen Monogramm wir No. 1173 gegebenhaben. Heller, Handbuch für Kupferstichsammler 2. Auflage S. 346,