DKL. Nr. 1186. 465
seines väterlichen Erb - Königreichs Anno MDCLXXH. ------ xu Stockholm
antrat. Mit 63 Kupfertafeln. Stockholm , gedruckt bei J. G. Eberdt(1073), qu. fol. Die schönen Blätter dieses Werkes sind grössten-teils von G. C. Einiart radirt. Auch Klöcker hat einige figurenreicheCompositionen in der Weise des J. Ovens geätzt, wie das ConclaveNo. 1, den Weinspringbrunnen No. 2, die Pyramide No. 3, die Königs-helmer Brücke No. 4, das Ringclstechen No. 60, das Feuerwerk unddas Convivium No. 61 , gr. qu. fol. Viele andere Blätter nach seinenZeichnungen sind in S. PuffendorPs Leben dos Königs Carl XI. , fol.Dann wählte er auch Stoffe aus Virgil's Aencide, wie gewöhnlich inreicher Zusammensetzung. Es erschienen wenigstens 51 Blätter, untenmit Stellen des Werkes in der Ursprache, gr. qu. 8. Das Gemäldedes jüngsten Gerichtes in der Ilauptkirche zu Stockholm von 1674hat der Maler Pchr Ilörbcrg 1786 radirt, 8. Das grosse Plafondbilddes Rittersaales in der genannten Stadt, welches die um den schwe-dischen Thron versammelten christlichen Tugenden vorstellt, ist vonG. C. Emiart auf drei Platten radirt, s. gr. imp. fol. W. Faithorne,Grignou, J. Falck, Padtbrugge, van Schuppen u. A. haben ebenfallsnach Klöcker gestochen. Auf einer Anzahl von Blättern steht obigerName, auch D. Ehrenstrahl und D. Klöcker.
1186. Jakob Kay, Maler von Lützen, kam 1566 als Geselle nachjo Würzburg, und wurde im folgenden Jahre der dortigen Malcr-
|At . zunft einverleibt. Von dieser Zeit an hatte er selbst das" *9 Recht, Gesellen zu halten, und Lehrjungen anzunehmen, derener sieben zählte. Seine Gemälde sind ungekannt, oder zu Grunde ge-gangen. Erhalten ist noch ein grosses Vesperbild in der St. Peters-kirche zu Würzburg. Das schöne Altarbild der Klosterkirche zuHcidcnfcld wurde zu Anfang unsers Jahrhunderts entfernt. Im Jahre1599 malte Kay die Wappen des Fürstbischofs und sämmtlicher Dom-herren in Miniatur, und damit ist alles gesagt, was man über seineMalwerkc weiss.
Hier handelt es sich aber ausserdem noch um das in Holz ge-schnittene Bildniss des Künstlers. Er ist in halber Figur nach linksin einem verzierten Ovale vorgestellt. Oben rechts und links sind dieallegorischen Figureu der Malerei und Plastik, unten sitzen zweiKinder auf Hunden. Die Timschrift lautet: Jacobo Caio Pictori Wirceb.Benedictio. üomini. Divites. Facit. Rechts unten steht obiges Mono-gramm, und in der Mitte oben die Jahrzahl lßtifl, nicht 1558, wieBartsch IX. p. 579 angibt. II. 8 Z. 3 L. Br. 6 Z. 7 L.
Unter diesem Bildnisse steht in vollem Zustande ein gedrucktesGedicht, welches in den Anfangsbuchstaben den Namen JACOB CAJOMALER gibt. Es beginnt: Ich hab allzeit bey mir gedacht \ Als auchder Weissmann hat gesagt, \ dein und gering achts zeitlich gut etc. Bartschlässt das Zeichen unaufgelöst, und auch Brulliot I. No. 1582 gehtdarauf nicht ein. Scharold behauptet in seiner Beschreibung vonWürzburg S. 166, dass Veit Baumhauer das Bildniss in Holz geschnit-ten habe. Letzterer war Bildhauer, und erlangte 1563 zu Würzburgdas Meisterrecht. Er stand also als Kunstgenossc dem J. Kay nahe,aus dem Monogramme gehen aber die Anfangsbuchstaben seinesNamens nicht hervor, und auch Niemand kann beweisen, dass er sichmit der Formschneidekunst befasst habe. Es waren schon um 1500Holzschneider in Würzburg, und somit kann man annehmen, dassauch noch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Künstler diesesjaches daselbst gelebt haben. Das Monogramm deutet daher entwedereinen Xylographen an, oder es ist das Werkzeichen des Jakob Kay.Monogrammisten Bd. II. 30