DDC — DDP. Nr. 1041 •- 1045. 409
1041. Unbekannter Goldschmied, welcher um 1526 oder 1556rTfH^vfil in Holland thätig war. Es hat sich eine runde, auf beiden^ Seiten gravirte Silberplatte erhalten, welche zur Ausfüllungin Nicllo bestimmt gewesen zu seyn scheint. Im Jahre 1837 kam sieaus der Sammlung des Grafen Cicognara wahrscheinlich nach Wien,weil der dortige Kunsthändler S. Hamann neue Abdrücke Ib. Umlaufsetzte. Auf der Vorderseite ist Esther vor Ahasverus knieend vor-gestellt. Der König sitzt in einem sehr reich decorirten Saale rechtsauf dem Throne , und neigt sich liebevoll gegen die von Dienerinnenbegleitete Esther. Zwischen beiden ruht ein Windhund , und hinterder Gruppe bemerkt man Ilaman mit einem Höfling. Durch den Por-tikus im Grunde zeigt sich die perspektivische Ansicht eines Palastes.An den den Thronhimmel tragenden Säulen hängen zwei Täfelchen,das eine mit den Initialen, das andere mit der Jahrzahl. Die andereSeite des 2 Z. 3 L. haltenden Medaillons stellt die Esther mit Mar-dorhäus an der königlichen Tafel vor, und der Mundschenk reichteinen Becher dar. Im Vordergründe bewältigt der Hund den Wolf,links kniet Ilamau vor Esther, und im Hintergründe wird der Ver-räther aufgehängt. Diese beiden Compositionen erinnern in Styl undBehandlung an Lukas van Leyden, und daher möchten wir einen hol-ländischen Meister vermuthen. Jedenfalls deutet die Vorstellung eherauf Holland oder Deutschland, als auf Italien.
Ob gleichzeitige Abdrücke auf Papier sich vorfinden , wissen wirnicht, es scheinen aber solche vorhanden zu seyn. Herr DirektorPassavant, welchem wir die Mittheilung des Zeichens verdanken, sahim Pariser Museum zwei Abdrücke , welche vielleicht aus früher Zeitherrühren , da die Platte nie mit Nicllo ausgefüllt war. Auch GrafCicognara besass zwei sehr gute Abdrücke auf altes Papier , und siescheinen nicht von ihm ausgegangen zu seyn, da sich bei der Auktionkein Vorrath fand. Die Platte wurde aber nach 1837 wieder abge-druckt. Die Exemplare sind auch jetzt selten zu finden. F. v. Bartsch,die k. k. Kupfcrstichsammlung in Wien S. 18, liest 1IJ26 statt i55d.Das dritte Zahlzeichen von rechts nach links scheint auch 2 zu seyn.Die Jahrzahl ist im Facsimile nicht ganz gelungen, da die starkeKrümmung nicht vorhanden ist, welche die verkehrte 5 kennzeichnet.Immerhin aber könnte man auch i .5.5(5 lesen.
1042. Christian Wcrmuth, Medailleur, über welchen wir unter1) D n P W C W ' gehandelt haben, dedicirte mehrere Schaumünzen,
.U.U.Li. W. worau | t |j e gegebenen Buchstaben deuten. Es ist zulesen: Dat, IHcal. Jtedicat CA. Wcrmuth.
1043. David Detalla, Stempelschneider in Genf von 1814 — 1836,j) iv v zeichnete Gepräge mit U.D.F. Er scheint nur Münzstempel
• • geliefert zu haben.
1044 Dlrick Dirlcksen, Kupferstecher von Hamburg, behauptet
]) T) H f ooen unter °' °' f' No ' 103 ° cine stcll °) u,,( l wir y er-• • • /• weisen daher auf dieselbe.
1045. Daniel Dupre, Landschaftsmaler, geb. zu Amsterdam 1752,D D P F 1777 g eat - daselbst 18I7. Schüler von J. van Dregt" und Jurian Andriessen, durchreiste er Deutsch-land und die Schweiz, und verlebte dann mehrere Jahre in Rom. Ermalte Landschaften, Ansichten von Ruinen, Schlössern und anderenGebäuden. Auch Zeichnungen in Aquarell und schwarzer Kreidehinterliess er, lauter schätzbare Werke.