DD. Nr. 1032 — 1033. 407
1032. Martlno da Udlne, auch Pollogvino da San DanieleQ r~) genannt, ist jener Monogrammist P V , welcher bis in die~\ ^ neueste Zeit ohne Grund mit Pietro Perugino verwechselt) J VJ wurde. Genaue Aufschlüsse verdanken wir jetzt dem HerrnErnest Harzen, welche dieser im deutschen Kunstblatt 1853 No. 23u. s. w. gegeben hat. Auf diese wichtige Abhandlung können wiraber hier nicht weiter eingehen , indem es sich nur um ein einzigesgeritztes Blatt handelt, welches Bartsch XIII. p. 354 No. 3 La pui-sance de V amour, Harzen aber 1. c. No. 28 S. 244 Triumph des Mondesbetitelt, und zwar nach dem mit der Feder gezeichneten Original-Entwurf mit der Inschrift: trionfo deüa luna. Auf einem Postamentesteht Gott Lunus mit brennender Fackel und Mondsichel, in welchletzterer die Figur eines Reiters mit gezücktem Schwerte sichtbar ist.Zu seinen Füssen ruht ein Greis ,' in tiefen Schlaf versenkt. Vonbeiden Seiten treten Opfernde mit Geschenken hinzu. Hechts im Vor-grunde zeigt sich eine Gruppe Weiber mit Säuglingen, gegenüber einMann zu Pferd, dem ein Füllen folgt, und in der Mitte sind Bewaffnetegelagert. Den Hintergrund erfüllen Prachtgebäude, auf deren ZinnenMänner mit Fackeln bemerkt werden. EL 6 Z. 0 L. Br. 8 Z. 8 L.Die Platten dieses Meisters sind ursprünglich mit der trockenen Nadel,durch blosses Aufritzen des Kupfers, ohne Anwendung des Actzwassersauf das zarteste und Heissigste ausgeführt. Nur eine Platte ist ineiner Art punktirter Manier mit kurzen Strichlein behandelt, undspäter überging der Künstler in solcher noch zwei andere nach Harzenfast bis zur Unkenntlichkeit, lediglich aus künstlerischen Motiven, umdie Composition zu runden und den Effekt zu verstärken. Diess istauch mit dem Triumph des Mondes der Fall, so dass die wenigen vor-handenen Exemplare verschiedene Grade der Vollendung zeigen. Diefrühen Abdrücke von der delikat und flcissig geritzten Platte habenin der Mitte vorn das unvollendete Monogramm mit den beiden ver-bundenen /', so dass nur dessen obere Hälfte hervortritt, nämlich diebeiden D der ersten Reihe, welche wir nach einer späteren Mittheilungdes Herrn Harzen geben. Die Buchstaben der zweiten Reihe fügenwir nach einem Pacsimile des Herrn Passavant hei, welcher dieselbenwahrscheinlich einem etwas mehr vollendeten Exemplare entnommenhat. Später zeigen sich auf diesem Blatte in der Mitte des Vorgrundesdie beiden P P des Monogramms, welche unten durch zwei Schlangen-linien verbunden sind, aber nicht so, wie sie Brulliot I. No.'3036 gibt.Auf einigen Exemplaren bemerkt man den Reiter in der Sichel nichtmehr. Hicrouynms Hopfer hinterliess eine roh radirte Copie (B. No. 35),und ersetzte Pellegrino's Zeichen durch sein eigenes. Ottley (An in-quiry e(c. /. p. tplO) hat das getreue Facsimile einer Gruppe in derUeberarbcitung geliefert. Der erste Zustand war ihm unbekannt. Unterdem Monogramme P P kommen wir auf diesen seltenen Meister zurück.
1033. Dionisio de' Diacettl, Zeichner und Goldschmied vonCMl ll 'l° rcni! > könnte der Träger dieses Zeichens seyn. Man findet
•"es auf einer gegenseitigen Copie des Blattes von A. Dürer,welches unter dem Namen der Maria mit dem Affen bekannt ist,B. No. 42. Sie sitzt auf einer Rasenbank mit dem Kinde auf demSchoosse, welches mit einem Vogel spielt. Rechts zu ihren Füssen istder Affe an der Diele angebunden. II. 5 Z. 7 L. Br. 4 Z. 4 L. DerNachstich dieses Plattes verräth keinen Kupferstecher von Profession,wie diess mit den Copicn des Marc Anton, Agostino Vencziano undZoan Andrea der Fall ist. Die üürer'sche Vorstellung der hl. Mariamit dem Affen war also schon in den ersten Dccennicu des 16. Jahr-