DC. Nr. 1004. 397
3) Die Geisslung Christi an der Sänle. Grosse und schöne Com-position, angeblich von D. Campagnola selbst. Ohne Namen und Zeichen.H. 15 Z. 3 L. Br. 19 Z. Malaspina 1. c. p. 47.
4) Eine Pietä, oder der Leichnam des Herrn auf dem Grabe aus-gestreckt, und von Engeln unterstützt. Links in der Ecke DO. CAMP.151(1. H. 3 Z. 1 L. Br. 4 Z. 8 L. Von Malaspina, Ottley undZani erwähnt.
5) St. Petrus unter den Soldaten , wie er den Herrn verläugnet.DO. CAMP. 1517. H. 4 Z. 6 L. Br. 3 Z. 7 L. Von Brulliot nachdem Exemplare im Pariser Museum erwähnt.
6) St. Petrus, wie er die Lahmen heilt. Mit dem Namen und derJahrzahl 1517. Von Malpe und Zani erwähnt.
7) St. Hieronymus vor seiner Hütte nackt auf dem Balken sitzend,und zu seinen Füssen der Löwe. Oben links steht der Name desKünstlers, und unten die Jahrzahl 1517. H. 4 Z. 8 L. Br. 3 Z. 7 L.Von Ottley erwähnt.
8) Das Bacchanal von zwölf Kindern, welche einen Rundtanz auf-führen. Unten in der Mitte auf der Tafel: dominicvs | (JÄTaonola |1517. H. 3 Z. 5 L. Br. 4 Z. 7 L. — Diess ist eines der schönstenBlätter des Meisters. Es wird von Heinecke, Ottley, Malaspina, Za-netti und Passavant erwähnt.
9) Der junge, an einem Baumstämme sitzende Mann. Gegenüberist der Kopf eines Alten sichtbar. II. 5 Z. 3 L. Br. 4 Z. 4 L. ?Von Brulliot aus der v. Naglcr'schon Sammlung erwähnt.
10) Zwei auf dem Boden sitzende weibliche Figuren, die eine mitder kleinen Statue der Victoria, die andere mit einer Glocke. In derManier des D. Campagnola. In Ottley's Catalog erwähnt.
Holzschnitte.
Bartsch beschreibt fünf Holzschnitte, welche aber dem geringstenTheile nach von Dom. Campagnola herrühren. Wir haben uns obenbereits darüber ausgesprochen.
11) Der Kindermord. DOMINICVS CAMPAGNOLA M. D. XVII.Unten am Bande: IN VENETIA. IL. VIECERI. H. 19 Z. 6 L.Br. 29 Z. 10 L.
Dieses grosse Blatt scheint weder der Compositum, noch demSchnitte nach dem alten Dom. Campagnola anzugehören , obgleich esseinen Namen und die Jahrzahl 1517 trägt. Die Zeichnung ist wahr-scheinlich von Tizian, welchen früher einige unter dem Namen Viecerierkennen wollten, da ihnen Vecelli einfiel. Vieceri war um 1560Kunsthändler in Venedig, und lebte also zu einer Zeit, in welcherDom. Campagnola bereits im Grabe ruhte. Die Platte kam vielleichterst später zum Abdrucke, und daher wurde wohl ans Unkenntniss,oder aus anderen Gründen der Name des Domenico Campagnola stattjenes des Domenico dalle Greche eingeschnitten. Wir halten denletzteren, den Schüler Tizian's, für den Formschneider. Ein anderesgrosses Formschnittwerk dieses Künstlers stellt den Zug der Israelitendurch das rothe Meer vor, mit der Schrift: Disegnata per mano diarande (grande) et iniortal Tiliano. In Venetia p domeneco dalle grechedepentorc veneziano MDXLIX. Wer dieses Werk geschnitten hat, hatauch den Kindermord geschnitten. Bartsch 1. c. No. t erkennt eben-falls keinen Originalschnitt des Dom. Campagnola, aber aus anderenGründen.