Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
396
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396 DC. Nr. 1004.

Zeichner nicht ganz auszuschlicssen. Von ihm ist sicher die Zeich-nung zu jenem Holzschnitte von Nicolo lioldrini, welcher den PredigerJohannes in der Mitte einer grossen Landschaft sitzend vorstellt. Linksunten steht: I\ich.° B. V. T., und rechts I) C. Unter letzteren Initialenist Dnmnnico Campagnola angedeutet, und die andern Buchstaben sindNicholn lioldrini Vkcntuio Taglio zn lesen. Boldrini trat gegen 1530als Künstler auf, zu einer Zeit, in welcher der Kupferstecher D. Cam-pagnola höchst wahrscheinlich nicht mehr gelebt hat, und so kannman unter D C nur den jüngeren D. Campagnola vermuthen. AlsZeichner im historischen Style gibt er sich auf drei Kupferstichen desMeisters fr. u fa. . d. h. Francesco Valegio oder Valesio, kund. Indiesen Blättern ist die Parabel vom armen Lazarus und dem reichenPrasser behandelt. Das erste stellt den Armen vor, wie er nachLucas XVI. an der Schwelle des Reichen um die IJcbcrreste bettelt,welche den Hunden vorgeworfen werden. Im Rande steht: Erumnos (?)hie Lazaran iacens od ianuam divitis inicas eliam canibus obieetas demensa Jipulonis peiit. Das zweite Blatt schildert den Tod des vonseinen Angehörigen umgebenen Schwelgers , dessen Seele der in derLuft schwebende Dämon in eine Rauchwolke hüllt. Die dritte Vor-stellung führt den Prasser in der Hölle vor, in welcher die Dämonenaller Art eine Bekanntschaft mit Dante's Tnferno verrathen. Auf einemBlatte in der Mitte steht die Bezeichnung: D.C.IN-, worunter nur derjüngere Domenico Campagnola verstanden werden kann, wenn, wie an-genommen wird, ein Künstler dieses Namens die Zeichnung zu denStichen geliefert hat. Ueberdiess bat jedes Blatt das Zeichen des obenerwähnten Kupferstechers F. Valegio, und die Adresse des Luca Ber-telli, welche beide um 1580 thätig waren. Höhe 9 Z. 4 L. Breite13 Z. 10 L.

Bartsch P. gr. XIII. p. 377 beschreibt neun Kupferstiche, welchetheils mit dem vollen, theils mit dem abgekürzten Namen des Dom.Campagnola bezeichnet sind, so dass wir unter DO. CAMP, auf ihnzurückkommen. Sieben dieser Blätter tragen die Jahrzahl 1517,Zanetti, Cabinct Cicognara p. 173, bemerkt auch, dass drei oder vierandere, von Bartsch nicht erwähnte Blätter, mit den Initialen Ü.C.bezeichnet seien. Wir haben oben ebenfalls auf solche Produkte auf-merksam gemacht, können aber nicht glauben, dass dieselben von demalten Domenico Campagnola herrühren. Auch das von Bartsch No. 10beschriebene Blatt mit der Reiterschlacht im Walde ist zweifelhaft,obgleich es mit dem Namen des Künstlers und der Jahrzahl 1617bezeichnet ist. Dieselbe Vorstellung hat auch H. Hopfer gestochen,und die Composition stimmt auch eher für einen deutschen , als füreinen italienischen Meister aus der Schule des Gian Bellini. Dennochbezahlte Mr. Willett 1824 bei der Auktion Sykes 5 £ 10 .SA. dafür.Das Blatt der Madonna mit dem Kinde und mehreren Heiligen, B. No. 5,wurde aber auf 6 £ getrieben. Andere der von Bartsch beschriebenenBlätter gingen zii 3 u. 4 £ weg. Seit dieser Zeit sind aber die Preisenoch gestiegen.

Den von Bartsch beschriebenen Kupferstichen finden wir beiMalaspina, Zanetti, Zani, Malpe, Ottley &e. folgende beigefügt.

1) Die Anbetung der Hirten. Maria kniet links in Anbetung desgöttlichen Kindes. Ohne Namen und Zeichen , aber im Cataloge desMarchcse Malaspina di Sannazaro II. p. 47 dem D. Campagnola zuge-schrieben. Oval. H. 5 Z. 10 L. Br. 4 Z. 8 L.

1) Die Anbetung der Könige. Maria sitzend mit dem Kinde aufdem Schoossc. Ohne Namen und Zeichen, in einem Ovale von derGrösse des obigen Blattes. Malaspina 1. c. p. 47.