394 DC. Nr. 1004.
des Dr. Marco Mantoa zu Padua Wassermalereien und Federzeich-nungen sah. Diess ist jener Meister, dessen wir im ersten BandeNo. 2228 unter der Abbreviatur CAM. t6S9 erwähnt haben. Vondem jüngeren Domenico Campagnola sind landschaftliche' Zeichnungenim Charakter Tizian's durch Facsimiles bekannt, nämlich in der Folgevon 30 Blättern nach Zeichnungen von Tizian, A. Carracci, Grimaldi,Guercino u. A., ehedem in Jabach's Besitz, jetzt im französischenMuseum. Sie sind von Ch. Massö (Mace), J. B. Corneille, M. Cor-neille u. s. w. radirt, und im Peintrc - gravour francais par Robert-Dumesnil beschrieben. Der jüngere Meister dieses Namens ist auchjener D. Campagnola, welcher sich auf einer von G. Porro, dem Form-schneider, radirten Landschaft mit Figuren bei aufgehender Sonne alsErfinder nennt , qu. fol. Dom. Campagnola jun. radirte höchst wahr-scheinlich auch die mit I). V. bezeichnete Gebirgslandschaft mit einemDorfe , welche Marchese Malaspina di Sannazaro in seinem Catalogodi una raecolta di Stampe II. p. 48 dem alten Kupferstecher diesesNamens zusehreibt. H, 9 Z. 4 L. Br. 14 Z. 5 L. Solche Blätterhaben vielleicht zu der irrigen Behauptung verleitet, dass DomenicoCampagnola, der alte Kupferstecher, die Kau - forte zuerst angewandthabe. Für ihn lässt sich aber kein radirtes Blatt nachweisen. Einzweiter Irrthum ging aus der Verwechslung desselben mit dem Form-schneider Domenico dallc Greche hervor. Letzterer ist sicher jenerDomenico Vcncziano, welchen Morelli's Anonymus zu den Schülerndes Julius Campagnola zählt. Domenico dalle Greche kann aber nurkurze Zeit unter Leitung dieses Meisters gestanden haben , da seinemeisterhaften Holzschnitte Compositionen von Tizian vervielfältigen.Er ist höchst wahrscheinlich jener Meister I), dessen wir oben No. 877erwähnt haben. Man erklärte bisher diesen Buchstaben auf DomenicoCampagnola, die Tizian'sche Zeichnung lässt aber den Domenico dalleGreche vermuthen. Es kann auch nur letzterer gemeint seyn , wennMilpe behauptet, dass Dom. Campagnola 1550 in Venedig gestorbensei. Heinocke verfiel in denselben Irrthmn, welchen dann seine Nach-beter fortgepflanzt hatten. Das Todesjahr des älteren Doinenico Cam-pagnola ist unbekannt. Er starb jedenfalls lange vor 1550. WennZanetti 1. c. p. 171 sagt, dass er im Kloster des hl. Anton zu Paduabegraben liege, hat er wahrscheinlich den von ihm nicht vermuthetenjüngeren D. Campagnola im Sinne. Wir wissen indessen nicht, obeine Grabschrift vorhanden ist. Nach Zanetti ruht der Künstler inder Gruft des Julius Campagnola im ersten Hofe des Klosters. DassZanetti nur den jüngeren D. Campagnola, den Schüler Tizian's, imSinne gehabt habe, beweist eine Citation einer Stelle aus den 1610 zuVenedig gedruckten Gedichten des Malers Gio. Bat. Maganza, welcher1589 im 80. Jahre starb. Dieser Künstler dichtete in der PaduanischenVolkssprache unter dein Namen des Bauers Magagnö. Er vergleichtseinen Freund und Mitschüler Dom. Campagnola bei Tizian mit Man-tegna und Spermie Spcroni, diess im Angesichte seiner Werke in Padua,welche er zu den bessten Leistungen der Kunst zählt, sicher jene Ge-mälde, deren auch Brandolese erwähnt, und darunter solche von 1581.Wenn ihn aber der Dichter mit Mantegna und Speronc auf gleicheStufe stellt, so müssen wir es nur als ein zufälliges Lob hinnehmen,welches er dem Freunde zollte. Ein Nachahmer Tizian's kann nichtmit Mantegna verglichen werden.
Für den Kupferstecher und Formschneider Domenico Campagnolafinden wir kein altes Zeugniss, wenn er nicht jener Domenico Vene-ziano ist, von welchem der anonyme Reisende im Hause des LudovicoCornaro zu Venedig Gemälde sah, nämlich einige Köpfe an einem