392 DC. Nr. 1003.
seltenen Originnlformschnitt dos C. de Crayer. Dieses Blatt stellt denhl. Sebastian vor, wie er nackt an den Baum gebunden und von zweiPfeilen durchbohrt sterbend den Blick nach oben richtet. Rechts vorseinen Füssen liegt die ltüstung und der Schild darüber, und linksunten stehen die Buchstaben D. C. II. 6 Z. 9 L. Br. 4 Z. 9 L.
In R. Weigel's Prachtwerk: Holzschnitte berühmter Meister etc. VI.No. 29 ist eine treffliche Copie von Krüger. Das Original, vielleichtdas einzige des Künstlers, scheint nach Weigel eher in weiches Metall,als auf Holz zu seyn. Als Hofmaler des Erzbischofs Jakob Boonenvon Brüssel, welcher die beiden Catechismen von Jodocus Andrics mitHolzschnitten von Christoph Jegher nach Zeichnungen von A. Sallaertveranlasst hatte, konnte de Crayer wohl ebenfalls einen Versuch inHolzschnitt gemacht haben. Das Blatt mit St. Sebastian spricht voll-kommen für eine malerische Führung, und es ist die geistreiche Zeich-nung so sicher festgehalten, wie sie nur die Hand eines Malers gebenkann. An Jegher ist eben so wenig zu denken, als an Sallaert, undausser diesen Meistern ist kein anderer Künstler zu nennen , welcherden Schnitt des hl. Sebastian nach C. de Crayer besorgen konnte.Wir müssen uns daher der Gefahr aussetzen, den Gegnern der Eigen-händigkeit von Malerformschnitten missfällig zu werden. Doch mögendiese sagen, von wem das Bild des hl. Sebastian in Holz oder Metallgeschnitten sei.
Wir fügen nur noch bei, dass dem Meister Crayer auch einradirtes Blatt zugeschrieben werde. Es stellt den siegreich aus demGrabe erstehenden Heiland vor. Der Kopf ist mit der Schneidnadeloder dem Grabstichel von fremder Hand übergangen, das Uebrigeradirt. Im ersten Drucke kommt Job. Meyssens' Adresse daraufvor, kl. fol.
1003. Dominicus Custos, mit seinem Familiennamen Baltens,Zeichner und Kupferstecher, wurde 1560 zu Antwerpengeboren, und begab sich als reifer Künstler nach Augs-burg , wo er zahlreiche Blätter hinterlicss, und eineKunsthandlung gründete. Zu seinen interessantestenWerken gehören die Bildniss-Sammlungen: Fuggerorumet Fuggerarum Imagines, in erster, sehr seltener Ausgabevon 1593 mit 64 Blättern, gr. 4. Im Jahre 1620 be-sorgten Wolfgang und Lukas Kilian eine neue Ausgabemit 129 Portraiten und deutschem Text. Die Ambraser Rüst-kammer: Augustissimorum Imperatorum, Serenissimorum Kegum alqueArchiducum — — verissimae imagines — — Opus Ser. l'rincipis Ferdi-nandi Archiducis jussu — — in via inehoatum, et a Jacobo Schenckioa Nozingen continuatum et absolulum. Mit 126 Kupfertafeln nachZeichnungen von J. B. Fontana. Oeniponti exe. Joa. Agricola 1(101,gr. fol. Die deutsche Ausgabe lieferte Joh. Engelbert Noysc vonCampenhouten. Gedruckt zu Ynnsprugg. durch Daniel llaur (1603),gr. fol. Icones institutorum sex in Christiana religione ordinum. —Aug. Vind per Dom. Custodem (1597), fol. Dieses Werk enthält nursechs Bildnisse, ohne Beschreibung. Atrium heroieum seu imaginesIXXJI. Imperatorum et Kegum. Aug. Vind. 1600. Vier Theile mit72 Bildnissen. Nur jene des ersten Theiles sind von Custos ge-stochen , die anderen von seinen Söhnen und Schülern. SaxoniaeDucum Caesar, creand. VII et caeterorum a Friederico 1 ad Christianum III.Fratres et agnatos genuinae effigies. cum. coli, et epigram. M. Ilenningii.Aug. Vind. ex caelatura Dom. Cuslodis , 1601, fol. Dieses Werk ent-hält 21 Bildnisse. Wolfgang Kilian veranstaltete 1021 eine neue Aus-