390 D C. Nr. 996 — 998.
996. Jannot de Campis, Buchdrucker in Lyon um 1505 — 1510,bediente sich einer in Holz geschnittenen Vignette, welcheam Ende der aus seiner Offizin hervorgegangenen Druck-werke aufgedruckt ist. Sie stellt eine geflügelte Jung-frau mit Diadem vor. Hinter ihrem Kopfe breitet sichdie Krone eines Lorbeerbaumes aus , und durch dielilätter um ihren Kopf geht ein fliegendes Band mit dem
Spruche: 0B8T. tovt. mTTi'läi. Obigen Schild hält die Figur mit beidenHänden, so dass die Finger über den Rand reichen. In den Zier-streifen der Kinfassung steht: CONSOLK — VNE — SEV1LLE — MKII. 3 Z. Br. 2 Z. 1 L.
Der Formschneider ist nicht namentlich bekannt, aus der Manierdes Blattes geht aber hervor, dass diess jener Meister A M. ist, dessenwir im ersten Bande No. 935 erwähnt haben.
997. CustOS Decker soll nach Brulliot I. No. 1172 und 1521_^j durch dieses Zeichen seinen Namen angedeutet haben.TT) Der genannte Schriftsteller spricht von Federzeichnun-JLjS iß %*t gen mit phantastischen Vorstellungen in der Weise des~T?d r r, / l >eter Breughel, worunter also der ältere KünstlerJjC^ 'J y dieses Namens zu verstehen wäre ; allein P. Breughelist jünger, als der Meister I) C oder VE, da die Jahrzahl 1524 aufseiiien Zeichnungen vorkommt. Breughel wurde erst gegen 1530 ge-boren und somit raüsste man ihn eher als Nachahmer unsers Mono-grammisten betrachten, wenn zu einer solchen Annahme ein Grundvorhanden wäre. Der alte Breughel gefiel sich in seinen grotesken undphantastischen Bildern im Gesehmacke des Jcronymus Bos , und auchdem Monogrammisten 1) C. war dieser Meister bekannt. Wir dürftenihn daher zu Ilcrzogenbusch suchen müssen, wo um 1524 CornelDiepcnbeck auftrat. Er war Zeichner und Glasmaler, und ist übrigensden vaterländischen Schriftstellern ebenso unbekannt geblieben, wieGustos Decker. Brulliot scheint den Namen des letzteren auf keinerZeichnung vorgefunden zu haben , da er nichts weiter bemerkt. DreiFederzeichnungen von 1*24 sind im k. Cabinet zu Berlin. Sie ent-halten Scencn der Barmherzigkeitsübung. Zwei andere Zeichnungendesselben Cyclus sind von 1532, angeblich in der Weise des PeterBreughel.
998. Caspar de Crayer, Historien- und Bildnissnialcr, wurde» -_^ nach einigen 1582, nach anderen 1585 zu Antwerpen
-—^-^ T7\ geboren , und wählte als der Sprössling einer reichen77) |\) Bürgerfamilie, Namens Craeyer, die Malerei ausXjC-</JL>C-.v innerem Triebe. Er war Schüler des Raphael Cocxie(Coxijen), erscheint aber in seinen Werken als glücklicher Nachahmerdes Rubens und van Dyck. Ausser seinem Vatorlandc kommen derenselten vor , und selbst die Gallerie in Antwerpen besitzt nur ein Ge-mälde von ihm, welches Elias in der Wüste vorstellt, ehedem imCabinet Beeckmans. Meisterhafte Bilder sind auch in den Pinakothekenzu München, Berlin und Wien. Höchst ausgezeichnete Werke findetman aber zu Amberg in der Oborpfalz. In der St. Martinskirche istein 22 Fuss hohes Altarbild mit der Krönung Maria von 1658. Aneiner Seitenwand ist ein grosses Gemälde mit der Marter des hl. Lorenz,wie das andere mit dem Namen des Meisters. Zu den schönstenWerken dieser Categorie gehört die Kreuzabnahme in der Maltheser-kirche , und in dem dazu gehörigen Congregationssaalc ist noch eineHimmelfahrt der Maria. Nach Brulliot I. No. 1173 und 1181 findet