Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
348
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348 D. Nr. 899-901.

1742 geboren, und hatte als Künstler Ruf, starb aber im kräftigstenMannesalter 1789. Man findet eine bedeutende Anzahl von Titel-vignetten in Werken, welche zu Frankfurt, Mainz, Stuttgart, Mannheimund Leipzig gedruckt wurden. Blätter dieser Art sind mit dem Buch-staben D und /. V. bezeichnet, und gehören zu den bessten Erzeug-nissen damaliger Zeit, in welcher aber die F'ormschneidekunst über-haupt noch auf einer niederen Stufe stand. Immerhin aber hältJ. D. Donnhäuser mit dem älteren Unger ziemlich gleichen Schritt.Sein Bruder P. H. Donnhäuser scheint die letztere Zeit seines Lebensin Cöln verlebt zu haben. In den daselbst im'letzten Viertel desvorigen Jahrhunderts gedruckten Büchern findet man zahlreiche kloineVignetten, besonders zu den damals üblichen Gelegenheitsgedichten(Gratulatrien &c.) angewendet. Einige sind D oder D. sc. , andereP. H. I). fe. oder sc. bezeichnet. Viele Blätter sind in den Jahrgängendes Almanach utile et agrablc de la Loterie Elcctoralc Palatino. A Man-heim llGO—mb, 12.

899. Unbekannter Formschneider, welcher um 1760 — 1790 inX>. 2>-/c- Amsterdam gelebt hat. Man findet mehrere Holzschnitte

l y <% von ihm, welche ungefähr in die Categorie der Blätter deso^'e/^ alten Unger gehören, aber doch von geringerem Werthesind. Der erste Buchstabe steht auf einem Blatte, welches das Obser-vatorium eines Astrologen in antikem Costüme vorstellt, wie er seineBeobachtungen durch zwei Schreiber aufzeichnen lässt. Das zweiteZeichen findet man auf einem Holzschnitte mit der Vorstellung einesVolksfestes. Von zwei Blättern mit dem dritten Zeichen stellt daseine mehrere Männer am Tische vor, über welchen Fortuna das Füll-horn ausschüttet, und das andere führt vor eine Schenke, an welcherebenfalls Männer an der bedeckten Tafel sitzen. Diese Blätter sindungefähr 4 Z. 5 L. hoch und 2 Z. 5 L. breit. Sie gehören zu einerFolge, für welche auch P. van Kuick und H. Numan gearbeitet haben.Letzterer scheint der Unternehmer gewesen zu seyn. Er illustrirtcJan Luycken's Ambachten, mehrere Almanache, die Aesop'schen Fabeln,und gab auch Carrikaturen heraus. Numan ertrank 1785 in der Nähevon Amsterdam.

900. Ignace Duvivler oder Du Vivier, Landschafts- und Historien-^ maier, geb. zu Rians in Frankreich 1758, gest. zu Paris 1832.

Dv-Z)- Schüler von F. Casanova, machte er sich in Paris, und dannin Wien durch zahlreiche Werke bekannt, worunter die romantischenLandschaften besonderen Beifall fanden. Auch radirte Blätter findensich von ihm, worin er S. Rosa, Loutherburg und Reinhart zum Vor-bilde nahm. Wir haben ihm im Künstler-Lexicon XX. S. 457 einenausführlichen Artikel gewidmet, und bemerken daher nur noch, dassman den Buchstabe D auf Blättern einer Folge von Landschaften finde.Sie sind von Carl von Vittinghoff in Wien radirt, qu. 8.

901. Jobst de Negker, auch Denecker und Dienecker, irrigW Dannecker und Donnecker genannt, gehört zu den berühmtesten*iy Formschneidern, welche in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundertszu Augsburg thätig waren. Die beiden ersten Namen stehen aufFormschnittwerken des Künstlers, und haben daher Berechtigung. DerKünstler selbst normt sich aber in einem Schreiben an den KaiserMaximilian I. von 1512 Jos Dienerker Formschneider von Anldor/f zuAugsburg. Auf diese Urkunde macht Th. Herberger (Conrad Peutingerin seinem Verhältnisse zum Kaiser Maximilian I. S. 29) aufmerksam,und dadurch werden alle irrigen Angaben über die Geburtsstadt des