Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
347
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D. Nr. 895 — 898. 347

schönsten gehören jene in Le petit Paroissien complet. Edition stereotype.Paris chei Marne. De V imprimerie de A. Marne ä Angers 1011, 8.Die Bilder dieses Gebetbuches sind nach Rafael u. A. copirt, undtheils mit dem Buchstaben ü bezeichnet. Im Jahre 1810 erhielt Duplatvon der Sociele d' Encouragement einen Preis von 2000 Frs. für seineersonnene neue Anwendung der lithographischen Principien. Sie be-stand darin, einen Gegenstand auf Stein zu zeichnen , welcher dannmit Salpetersäure geätzt wurde, bis die durch die fette Dinte bedecktenStellen erhaben genug waren. Die Steinplatten wurden dann nachArt der Holzschnitte abgedruckt, und zwar in ganz gewöhnlichen Buch-druckerpressen. Mit Blättern dieser Art ist eine Ausgabe der Fabelnvon Lafontaine, und der Briefe an Emilie von Demoustier, Paris beiAugust Renouard 1811 und 1812, geziert. Man könnte darunter Holz-schnitte vermuthen, da von einem der Lithographie eigenthümlichenchemischen Drucke keine Rede ist. Dieses letztere Verfahren hattebis dahin nur dürftige Erzeugnisse geliefert, und man glaubte daher,Duplat habe durch seine auf Stein angewandte Holzschnittmanier Aus-gezeichnetes und Neues geleistet. Erst durch G. Engelmann nahm inFrankreich von 1816 an die Lithographie mittelst des chemischen Ver-fahrens einen Aufschwung. Die Hochätzung auf Stein wurde schon inviel früherer Zeit versucht, keiner aber kam auf die Idee, die Steineabzudrucken. Der erste, welcher es versuchte, war der geistlicheRath A. Schmidt in München, wie wir im Künstler-Lexicon nachge-wiesen haben. Senefelder hatte davon Kunde, ihm gelang es aberdurch die Erfindung der ehemischen Kreide und Dinte die Lithographieden übrigen Schwesterkünsten ebenbürtig zu machen. Duplat hatdazu nichts beigetragen.

895. Jean Duplat, Formschneider, war in der zweiten HälfteD D sc ^ cs ^' Jahrhunderts in Paris thätig, und lieferte von

' ' ' 1764 an eine grosse Anzahl von Vignetten und Titelblättern,welche in Pariser Druckwerken vorkommen. Er übte seine Kunst mitBeifall, und noch 1790 mit voller Kraft. Wir wissen indessen nicht,ob er jener Duplat ist, welcher 1806 seiner schönen Arbeiten wegendie Aufmunterungsmedaillc von 400 Frs. erhielt. Vgl. auch den vorher-gehenden Artikel.

896. Diolat, Formschneider in Paris, gehört zu den zahlreichenjj französischen Künstlern, welche ihre Kräfte zur Illustration ver-

■ schiedener Werke verwenden. Blätter von seiner Hand findetman in Le Diable ä Paris , par G. Sand. Paris lfiWi , 46 , 8. DieZeichnungen sind von verschiedenen Künstlern. Auf den Blättern nachBertall bezieht sich der Buchstabe D auf unsern Formschneider, dessenLebensverhältnisse wir nicht kennen.

897. Pierre Dupin und Charles Dupuis, Kupferstecher in Paris,■p. W machten sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch•M/*-* - eine grosse Anzahl von Blättern bekannt, welche aber meistensmit dem Namen bezeichnet sind. Die Initialen D, dann auch DU. f.und DVP. f., stehen auf radirten Blättern nach Zeichnungen und Skizzenvon A. Watteau, in dem Werke : Figures de differents caracleres, depaysages et ä" etudes, dessinees d' apres nature par A. Watteau etc. Parischez Audran et F. Chereau , fol. Dupin scheint seinen Namen öfterdurch D angedeutet zu haben, als Dupuis.

898. Johann David und P. H. Donnhäuser oder Dennhäuser,X>.d Formschneider, waren in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-2> 3~.fr. hunderis in Frankfurt am Main thätig. Ersterer wurde um