348 D. Nr. 891 — 894.
die Composition des fraglichen Blattes von Tizian herrühret. Wenndieses sich so verhält, so kann weder auf Duffet, noch auf einen an-deren Meister mit Sicherheit geschlossen werden.
891. Unbekannter Radirer, welcher der neueren italienischen-r\ Schule angehören dürfte. Man findet ein frei und geistreich
_Ls. radirtes Blatt, welches das Bild eines jungen Mannes vorstellt.Er ist in 3 / 4 Ansicht nach rechts gerichtet, und mit einem Hute hedeckt,auf welchem Federn angebracht sind. Um seinen Hals geht ein ge-stickter Kragen. Rechts oben steht der Buchstabe ü, und unten linksin der Ecke No. 17. H. 2 Z. 2 L. Br. 2 Z. 6 L. Dieses Blatt hatein älteres Ansehen , als man glauben sollte ; es dürfte aber aus demvorigen Jahrhunderte stammen.
892. Unbekannter Kupferstecher, welcher im 17. Jahrhunderte-jp. lebte, und in der Weise des C. Galle arbeitete. Der gegebeneJU Buchstabe steht unten rechts auf einem Blatte mit der Büste desJ. C. Velius. Um das Oval liest man : Julius Caesar Velius Bononiensis.und im Rande : Aeson quod — — Id bebet Vclio jam rediviua suo. Inanimi grati memoria Adolphus Occo F. F. II. 6 Z. 1 L. mit demRande, Br. 4 Z. 1 L.
893. Unbekannter Formschneider oder Zeichner, welcher in Frank-■p. reich lebte, und zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit ge--^ hört. Durch die gefällige Mittheilung des Herrn Baron von Löffel-holz wissen wir von einer reichen Titeleinfassung mit dem Buchstaben D.Sie besteht aus mehreren Stücken , ausser den ornamentalen Theilenauch aus sechs historischen Bildchen, welche die Verkündigung Maria,die Heimsuchung der Elisabeth, die Geburt Christi, die Verkündigungan die Hirten , die Flucht nach Aegyptcn und den Sieg Davids überGoliath vorstellen. Am Betschämmcl der Maria im ersten Bilde stehtder Buchstabe O. Diese Titcleinfassung dient zu Carpentras Liberprimus Missarum. Auinioni 1532. fol. Diese Jahrzahl spricht nichtwohl für Sebastian Duval, welcher zu den französischen Form-schneidern gezählt wird. Seine Holzschnitte sollen mit den Jahrzahlcn1575 und 157!) bezeichnet seyn. An Jean Duvot, den Zeitgenossenunsers Meisters D , ist ebenfalls nicht zu denken, da kein Holzschnittvon seiner Hand bekannt ist. Eher könnte der Formschneider E d •mond Don et eintreten, von welchem Bartsch XII. p. 54 No. 9 einenHolzschnitt beschreibt. Er stellt die Madonna mit dem Kinde vor,und ist in Helldunkel von drei Platten gedruckt. Links unten steht:Andrea del Sarto luv. , und oben üouot f. , wie Bartsch behauptet.H. 8 Z. 8 L. Br. 6 Z. 3 L. Douet's Name kommt aber nicht immervor. p]r fehlt im Drucke von Einer Platte, und auch das dreifarbigeExemplar des Cabinet Cicognara ist ohne Namen. Man zählt diesenDouct zur französischen Schule. Er war vermuthlich Maler, und inder ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig.
894. N. Dnplat, Zeichner und Formschneider in Paris, gehörtT) Rl 7M '^".jenigen französischen Künstlern seines Faches, welche-LJ'Mik zum Aufschwünge der neueren Xylographie beigetragen haben,so dass er mit den englischen Meistern aus den beiden ersten De-cennien unsers Jahrhunderts, einem liewick, Clencll, Nesbit u. s. w.ziemlich gleichsteht. Er erhielt desswegen 1806 zur Aufmunterungdie goldene Medaille von 400 Frs. im Werthe, da sich seine Arbeitenvor allen anderen durch Schönheit der Zeichnung, und Reinheit desSchnittes auszeichneten. Blätter von seiner Hand findet man in ver-schiedenen Werken, welche von 1795 an in Paris erschienen. Zu den