D. Nr. 888 — 890. 345
Gottlob August Dietelbach, Stempelschncider, trat um 1830 inMünchen auf, und fand 1837 an der k. Münze in Stuttgart eine An-stellung. Er zeichnete auch G. A. D.
Drentwett, Stempelschneider in Augsburg, producirt seit 1845.
888. Unbekannter Kupferstecher, welcher zu Anfang des 17. Jahr-tp) jj* hunderts in Goslar gelebt zu haben scheint. Sein Zeichen
Jj' "(Lt. steht auf einem mittelmässigen Blatte mit einem Triumph-wagen zur Erinnerung an die Vermählung des Herzogs FriedrichUlrich von Braunschweig-Lüneburg mit Hanna Sophia von Brandenburg.Oben steht: Currus Nuptialis in honorem, et gralulalionem Nuptiarum etc.Excusus Goslariae 0 1 c . I c c XIV., qu. fol.
889. Unbekannter Formschneider, welcher um 1570 in Rostock_ thätig war, und zu den Gehülfen des Jakob Lucius von Sieben-' bürgen zu zählen ist. Letzterer licss sich 1564 in Rostock nieder,und gründete auch eine Buchdruckerei. Ein Werk aus seiner Offizinhat folgenden Titel: Imaginum et Medilationum sacrarum Libri 111.Nathan Chytroeus. Roslochii per Jacobum Lucium. Anno M. D. T.XXI11.Dieses Buch ist mit 51 Holzschnitten geziert, welche Darstellungenaus dem alten und neuen Testamente enthalten. Sic beginnen mit derSchöpfung, und endigen mit dem Weltgericht. Der Buchstabe ü stehtauf Blatt 29 , welches die Fusswaschung des Herrn vorstellt. Dieübrigen Holzschnitte sind ohne Zeichen, sie rühren aber von demMeister D her. Auch J. Lucius könnte Theil daran haben. H. 3 Z.9 L. Br. 2 Z. 7 L. Vgl. Wiechmann-Kadow, die mecklenburgischenFormschneider &c. S. 26.
890. Unbekannter Maler, welcher im 17. Jahrhunderte lebte,,(CjT) , und wahrscheinlich der französischen Schule angehört. Man* U ' findet dieses Zeichen auf einem radirten Blatte , welches dieDiana vorstellt, wie sie den Apollo aus den Banden des Pan befreit.Er ist an einen Baum gebunden, schon aber liegt der Bocksfüsslcr voneinem Pfeile getroffen zu seinen Eüssen. Dieses tödtliche Geschosshat Diana abgesandt, welche links von einer Nymphe mit dem Köcherbegleitet herankommt. Unten nach rechts steht der Buchstabe D.H. 6 Z. 9 L. Br. 8 Z. 5 L.
Die späteren, mit dem Stichel retouchirten Abdrücke haben linksunten neben dem Buchstaben ü die Schrift: Tilian in. F. Bourlier ex-eu. P. R. C. Brulliot, App. II. No. 70, vermuthet einen italienischenMeister des 17. Jahrhunderts, derRadirer scheint aber der französischenSchule anzugehören. Auch Baron von Rumohr (Gesch. der k. Kupfer-stichsammlung in Copcnhagen S. 29) glaubt in den Charakteren undim Landschaftlichen etwas Französisches wahrzunehmen. Der genannteSchriftsteller scheint aber in der Composition einen tramontanen Nach-ahmer der „Carraccesken" zu vermuthen , nicht den Tizian , dessenName in dem ihm unbekannten zweiten Drucke auf dem Blatte steht.Er gibt seinen Artikel zur Ergänzung des Dictionaire des monogrammespar F. Brulliot mit der Bemerkung, dass das von diesem SchriftstellerI. No. 1511 nach Marolles gegebene Zeichen mit dem seinigen nichtübereintreife. Diess ist augenfällig; Brulliot hatte aber dabei dasBlatt mit Diana und Apollo nicht im Sinne. Er handelt darüber imAppendix II. No. 70, wo die Verfasser der Geschichte des k. Cabimisin Copcnhagen nicht nachgesehen haben. B. von Rumohr fragt, obnicht allenfalls D uff et aus Lüttich, ein wackerer Carraccist, der Ver-fertiger sei ? Auch diese Frage wird mit Nein zu beantworten seyn,da Gerhard Duffet, oder Duft'eit, der Schule des Rubens angehört, und