D. Nr. 875. 337
zugeschrieben wurden. Auch dem Lorenzo Lotto, dem Parmegianinound der Schule des Correggio wollte man Gemälde von Dosso Dossiunterschieben. Dieser Meister wurde nach einigen 1479, nach andern1490 geboren, und starb nach 1560.
875. Christian Wilhelm Ernst Dietrich, genannt Dietricy,
I Maler und Radirer, einer der geistreichsten
1^-*. und vielseitigsten Künstler seiner Zeit, ist
<V >£ ** 0Den unter uen Buchstaben C. W. E. ü. bereits
) •4 r 7 ^y7^?^ £ eingeführt, und daher geben wir hier nur diejj ""^a 1 ^* Fortsetzung des früheren Artikels. DietricyAL <§o ß. bezeichnete mehrere Gemälde und ZeichnungenTJ5 ff m j t ^ em Buchstaben D, an welchen sich öfter
die Jahrzahl reiht, ungefähr von 1732 an. Ohne ein grosses Talentvon sclbstschöpferischer Kraft, bewegte sich dieser Künstler mit selte-nem Geschick in den verschiedensten Richtungen und den verschieden-sten Fächern der Kunst. Häufig begegnet er uns als glücklicher Nach-ahmer Rembrandt's mit Köpfen und Büsten von Orientalen , Ratten-fängern, Quacksalbern u. dgl. Auch schöne Genrebilder in der Weisedes Anton Watteau, Adrian van Ostade, Th. Wyck u. s. w. kommenvor. Wenn er sich auf das Gebiet der Historienmalerei wagte, istdie Nachahmung der Carracci, des G. Rcni, A. van Dyck, J. Jordaens &c.unverkennbar. Dann findet man auch Landschafton mit Figuren imGeschmackc des Salvator Rosa, P. de Lacr, und C. Poelenburg. Inanderen Landschaften mit Figuren und Thieren, besonders Schafen,ahmte er dem J. H. Roos , N. Bcrchem und Carel du Jardin nach.Auch J. Ruysdael, A. van Everdingen u. A. dienten ihm zum Vor-bilde. Nur der geringere Theil seiner Werke besteht in originellenBildern, und auch in solchen spricht bei genauer Anschauung hierund da der Nachahmer heraus. Diess ist auch mit den RadirungenDietrich's der Fall. Sie sind im Geschmackc des Rembrandt, Ostade,Bcrchem, P. de Laer, J. Ruysdael, van Everdingen, Th. Wyck, S. Rosa,G. B. Castiglione, G. Reni u. s. w. behandelt, gehören aber zu denschönsten Erzeugnissen dieser Art, besonders in alten Abdrücken.
Der grösste Theil der Blätter dieses Meisters ist mit dem Namenbezeichnet, häufig Dietricj und Dietricy geschrieben. Seltener liestman Dietrich auf seinen Blättern, und nur auf solchen aus der frühernZeit, bis gegen 1738. Der Buchstabe D steht auf folgenden, nachLink's Monographie beschriebenen Blättern.
1) Die Malerei, als jugendliche Frau mit Blumen in den Haarenneben einem rechts befindlichen Fussgestelle, auf welchem die antikeStatue eines Jägers mit dem Spiesse steht. Unten links in der Eckeist der Buchstabe mit Doppellinien, aber nur mit einem Punkt. Obenliest man: Dietricy * fecit Ao. 1740. H. 5 Z. 7 L. Br. 5 Z. Vongrosser Seltenheit. L. No. 41.
2) Die Frau mit den Kindern am Fenster, das eine mit Seifen-blasen beschäftigt. Unter dem umrankten Fenster ist ein Basrelief mitdrei Kindern und einem jungen Satyr. Rechts D mit Doppellinien1739. H. 6 Z. 7 L. Br. 5 Z. 1 L. L. No. 73.
I. Die Oeffnung der Thüre im Grunde rechts hat nur eine loth-rechte Strichlage.
II. Mit Kreuzschraffirung in der Oeffnung.Beide Abdrücke von grösster Seltenheit.
3) Die Einsiedelei unter grossen, nur theilweise bewachsenenFelsen, vor derselben ein hölzernes Kreuz. Links zeigt sich ein
Monogrammtsten Bd. II. 22