Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
235
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CRFA — CRFR. Nr. 631-632. 235

Falle könnte er die Gruppe mit dem Farnesischen Stier nicht ge-stochen haben. Dieses Blatt rührt aber auch nicht von Cesarc Rever-dino her, wie wir im Künstler - Lexicon XIII. S. 62 No. 32 geglaubthaben. Wenn daher diese Gruppe wirklich von einem C. Robertusgestochen wurde, so muss er lange vor 1590 geboren seyn, oder eshaben zwei Künstler dieses Namens gelebt. Vor 1590 ist auch einzweites mit C. R. F. bezeichnetes Blatt gestochen, welches die Anbetungder Könige nach Balthasar Peruzzi vorstellt. Der Stecher hatte dassehr grosse Blatt von Agostino Carracci von 1579 zur Vorlage, undbearbeitete seine Platte in der Weise des Comel Cort. Es fragt sichaber, ob C. Robertus derselbe ist. Das Blatt hat nur dessen Dedication:Ser.""> Fran. cn Mariae II. Urbini Duci l'rinc. Opt." Caesar RobertusA llilurgia Die. C. R. F. , gr. fol. Aus der Inschrift geht keineswegshervor, dass der Dcdicator und der Sculptor Eine Person seien, sicherist aber anzunehmen, dass das Blatt um 1590 erschien, so dass C. Ro-bertus jedenfalls viel früher geboren wurde, als man annimmt.

Ein ganz verschiedener Meister C. R. F. ist aber höchst wahr-scheinlich der Urheber eines radirten Blattes nach Simone (JantariniPesarese. Es stellt die hl. Familie vor, Maria sitzend neben dem beiihr stehenden Kinde. Rechts kniet der kleine Jobannes, und hinterihm sitzt Joseph im Nachdenken am Fenster. Unten rechts: S. C.PIXE CR. F., kl. fol. Dieses Blatt ist kräftig radirt, wie kein anderesvon C. Robertus, welchem es zugeschrieben wird. Die Zeit der Ent-stehung fallt gegen 1648. In diesem Jahre starb Cantarini als jungerMann von 36 Jahren. Wir möchten das erwähnte Blatt dem Maler undSchriftsteller Carlo Ridolfi zuschreiben. Im Jahre 1594 (nicht 1602)zu Venedig geboren, machte er sich durch schätzbare Werke bekannt,und radirte auch etliche Blätter, welche meistens sehr leicht und mitbreiter Nadel behandelt sind. Eine hl. Familie in halben Figuren istbezeichnet: Carlo Rodulphus fec. , 4. Ein anderes Blatt stellt Venusund Amor vor, 4. ,

631. Cäsar Robertus de Civltella oder Biturgla, Maler und Kupfer-stecher, der im vorhergehenden Artikel erwähnte Künst-ler , soll der Träger dieses Zeichens seyn, wie Brulliot

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-rr» a I. No. 1438' 1 mit Beziehung auf Christ behauptet. Die- -Pj/i.' Form des von letzterem im Monogrammenbucho S. 154/ 6 /o gegebenen Monogramms hält indessen Heller, Monogr.-

Lexicon S. 91, genauer fest, deutet aber das Zeichen auf RemigiusCantagallina, welcher so wenig eintreten kann, als C. Robertus. Christnennt auf S. 153 nur C. Rcverdus oder Reverdinus, welcher von C. Ro-bertus verschieden ist. Er meint nur, dass ihm das eine oder dasandere der von ihm nicht genau gegebenen Zeichen angehören könnte.Das obige Monogramm steht nach seiner Behauptung auf kleinen, gutgestochenen Landschaften, und in welscher Schrift, etwas verändert,auf feinen Grottesken mit der Jahrzahl iß IG. Es handelt sich alsovon jenen Blättern mit dem Monogramm No. 588. Das von Christbeigefügte Zeichen ist zu gross ausgefallen. Die späteren Schrift-steller hielten es mit Veränderungen fest, und daher die Abweichungbei Heller und Brulliot.

632 Christoph Frotchower oder Froschower, Buchdrucker von^ Zürich, fügte seinen grösseren Druckwerken am Endeeine in Holz geschnittene Vignette bei, welche einPortal mit Säulen und Pfeilern vorstellt, unter welchemein stark beleibter junger Mensch, oder Bacchus, aufdem Frosche sitzt, und diesen am Zaume leitet. In der