Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
223
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CR. Nr. 586 — 588. 223

Rund, Durchmesser 4 Z. 6 L. Das kleine Zeichen ist ebenfalls aufeinem runden Blättchen von 3 Z. 1 L. Durchmesser, B. No. 7. Esstellt die Madonna mit dem Kinde auf einer Bank sitzend und imBuche lesend vor. Im Grunde erhebt sich ein Gebäude römischenStyls, welches theils Ruine ist. Reverdino brachte häufig Architekturan, oder wählte wenigstens mit Vorliebe Vorlagen mit Baulichkeiten.

586. Unbekannter Maler, welcher in den ersten Decennien des(C\ 17. Jahrhunderts in Deutschland lebte, aber auch Italien

vvVj/<£>? besucht haben könnte. Das gegebene Zeichen findet man^- J• auf einem höchst zart radirten Blatte, es ist aber dem

Originale nur halbweg gleich, oder ist vielmehr so, wie es seynkönnte, wenn man die darübergezogenen Strichlagen entfernt denkenwollte. Das Blatt stellt eine kleine Gebirgsgegend mit Wasser vor.In letzterem schreitet ein Mann mit langem Stocke über Steine hin,und links spricht ein anderer Mann mit spitzer Mütze zu einem altenWeibe. Neben dieser Gruppe bemerkt man ein Hündchen, und rechtsin der Ecke das Künstlerzeichen mit der undeutlichen Jahrzahl 1029oder 1609. H. 4 Z. 2 L. Br. 6 Z. 5 L. Dieses seltene Blatt gehörtnicht dem Christian Richter an. Auch an Remigius Cantagallina istnicht zu denken.

587. Christian Richter, Landschaftsmaler und Radirer, war uml(7k%Ct (R. 1625—1630 in Weimar thätig, gleichzeitig mit Christoph

iVy/*V" Richter, und einem Abraham Richter, welche als Brüderzu betrachten sind. Ueber Christoph Richter haben wir oben No. 576gehandelt, konnten aber zu keinem genauen Resultate gelangen, daChristoph und Christian Richter mit einander verwechselt werden.J. F. Christ erwähnt in seinem Monogrammenbuche S. 154 nur desersteren, und nennt ihn einen guten Landschaftsmaler zu Weimar um1630, verwechselt aber den Künstler offenbar mit Christian Richter,welchen er indessen nicht kennt. Auch Füssly weiss nur von einemChristoph Richter, welchen er als Bildniss- und Landschaftsmaler um1630 am Hofe des Herzogs von Sachsen-Weimar leben lässt. Christophnennt sich nämlich selbst Goldschmied und Hofmaler des HerzogsWilhelm von Sachsen - Weimar, und von ihm dürfton Bildnisse undhistorische Darstellungen vorhanden seyn. Landschaften scheint eraber nicht hinterlassen zu haben. Für solche Bilder muss ChristianRichter eintreten, da er sich auf dem Titel einer Folge von achtRadirungen als Landschafter legitimirt. Diese seltenen Blätter stellenGebirgsgegenden, theils auch felsige Landschaften mit Bauern vor.Sie sind mit den gegebenen Zeichen versehen, meistens zwischen derJahrzahl. Auf dem Titelblatte sind zwei Bauern, welche ein Tuchan Bäume hängen. Auf diesem Tuche steht: Christian Richter Inuent.und Gradirt. Weimar 1030. Petrus Isselburg exeudit. IT. 3 Z. 11 L.Br. 6 Z. 3 L.

Mit dem Zeichen versehen , aber ohne Jahrzahl, ist auch eineLandschaft bei aufgehender Sonne. Im Vorgrnndc sind Bäume undBauernhütten, und an einem schiffbaren Flusse breitet sich die Stadtaus. Dieses Blatt ist sehr selten, qu. fol.

588. Unbekannter Goldschmied, oder Zeichner im Fache derQ. (p Kunst-Industrie. Er scheint in den Niederlanden gelebt

lV/ Iv .zu haben, wenn nicht zwei Meister in diese Zeichen sichF-A.-1ofO- theilen müssen. Das erste findet man auf kleinen radir-ten Blättern, welche in Einfassungen die Parabel vom verlornen Sohne