224 CR. Nr. 589 — 590.
vorstellen, und zu den Seltenheiten gehören. Sie kommen im Frauen-holz'schen Auktions-Catalog von 1792 No. 290 vor, und wir fanden siein keinem der vielen uns zu Gebote stehenden späteren Kupferstich-verzeichnissen mehr aufgeführt.
Das zweite Zeichen, mit dem Beisätze F. A. 161G, steht aufSedez-blättchen mit Goldschmieds - Ornamenten , in welchen phantastischeFiguren, Thiere und Pflanzen oder Laubwerk vorkommen. Vgl. auchunten CR. FA. i(ii(i No. 631.
589. Unbekannter Graveur, welcher um 1544 thätig war, undJD wohl zur Classe der Goldschmiede gehört. Im Besitze desHCv,CR. Kaisers von Oesterreich befindet sich ein kostbarer Schrank,welcher mit acht vergoldeten Kupferplatten geziert ist. Bei derWiederherstellung desselben 1843 wurden einige Abdrücke auf chine-sisches Papier gemacht, und diese Blätter, radirte und geätzte Land-schaften in Lautensack's Manier, beschreibt F, v. Bartsch (Die k. k.Kupferstichsammlung in Wien S. 141) wie folgt. Sie sind 5 Z. 5 L.bis 8 Z. hoch, und 7 Z. 11 L. bis 8 Z. 3—5 L. breit.
1) Eine Seegegend bei Sonnen-Auf- oder Untergang. Unten imWasser gegen einen vereinzelten Baum steht das Monogramm.
2) Eine ähnliche Secgcgcnd. In der Luft ziehen fünf Vögel.Rechts vor den Wurzeln eines Baumes, dessen Zweige die Plattenlinieübersteigen, steht auf einem ovalen Kiesel das Zeichen.
3) Ein von Bergen und Felsen umgebener See. Der abendlicheHimmel ist stark umwölkt. Das zweite Zeichen steht links an derFläche eines Felsenstückes.
4) Ein kleiner Binnensee durch eine bergige Gegend eingeschlossen.Zwei Städte, eine am See, die andere auf der Anhöhe, unterbrechendie Landschaft. Die Mittagssonne kommt unter Gewölk hervor. DasZeichen (Spiegelschrift) steht unten in der linken Ecke auf einemTäfelchen.
5) Fabrikgebäude auf zwei Inseln im See, welche durch Brückenmit dem Festlande verbunden sind. Rechts unten stehen die Buch-staben CR auf einem Ziegel.
6) Eine Masse von Gebäuden in drei Reihen über einander, aneinem Flusse gelegen. Im Vorgrunde links bei einem Fusssteige, derzur Brücke führt, steht ein Kreuz mit dem Abzeichen einer Scheerozwischen der Jahrzahl fi Wi, und unterhalb dem Kreuze in der linkenEcke sieht man das Zeichen im Täfelchen.
7) Landschaft, welche in der Mitte durch einen starken Baum inzwei Thcile geschieden ist. Rechts und links stehen Burgen auf An-höhen, in der Tiefe sieht man eine Meierei und einen Teich. Untenlinks in der Ecko ist das Zeichen auf einem Zettel.
8) Mehrere Wohngebäude von einem Zaun und von Bäumen um-geben. Ein Fussweg führt zum Eingange eines Schlossthurmcs. Inder linken Ecke unten das Monogramm.
590. C. Rynvisch soll der Träger dieses Zeichens seyn, welches/ Ht) y man allt Landschaften in Oel findet. Wir haben nie
/ (j (]<% fo ein Bild dieser Art gesehen, und auch der Name scheintjr\j Zweifel zu erregen, da er weder von deutschen, noch
von holländischen Lokalschriftstellern erwähnt wird. Heinccko, Nach-richten von Künstlern IL S. 48, kennt jedoch Zeichnungen vonE. Rynvisch, welche in Breughel's Manier behandelt sind, und theilsdie Jahrzahl iß63 tragen. Der Monogrammist C. Rynvisch könnte