CT. Nr. 517 — 518. 201
findet man auf ninem Kupferstiche, welcher die hl. Familie mit Elisa-beth und dem kleinen Johannes vorstellt. Letzterer macht das Jesus-kind auf den Vogel aufmerksam, welcher auf dem Busen der Muttersitzt. Hinter dieser Gruppe faltet Elisabeth die Hunde. Links untensteht das Zeichen, kl. fol. üb Composition und Stich von derselbenHand herrühren, ist schwer zu entscheiden. Wir glauben aber, dassdas Zeichen den Maler andeute, und wenn dieser nicht P. Claeissensist, so kann die Composition nur von Crispin Paludanus von Groningenherrühren. Letzterer war um 1540 thätig, ist aber nur durch Kupfer-stiche bekannt. Das Bildniss des P. Claeissens befand sich bis 1846in der Sammlung des Confcrenzrathes F. C. Buggc zu Copenhagen.Es ist nach Kawert (Verzeichniss der genannten Sammlung No. 296)von bewunderungswürdiger Wahrheit, und voll Leben. In der ovalenmit Gold verzierten Einfassung steht unten: PETRUS CLAEISS. PIC.Auf dem grünen Grunde oben: A « DNI » I • II • 9 • 0 • AETATIS •SUAE ■ C « 0 ' Der Künstler war also 1560 60 Jahre alt.
517. Crispiaen Paludanus, oder Guilelmus Paludanus, scheint-_~ Christ, Monogr.-Erklärung S. 152, den Träger des ersten
M Zeichens nennen zu wollen. Der genannte Schriftsteller ists^T^ jy sich aber in dieser Sache nicht klar, da er kein Blatt mitf X) /T dem Zeichen gesehen hat. Guillaume Paludanus, d. i. Palu-V-^/W danus von Groningen, kann in keinem Falle darunter ver-standen werden, da er weder in Kupfer gestochen, noch in Holz ge-schnitten hat. Er war Bildhauer, und der Bruder des Crispiaen Palu-danus. Letzterer bediente sich auf Kupferstichen eines aus G P be-stehenden Monogrammes, welches Paludanus Groningius gelesen werdenmuss, wie wir an betreffender Stelle nachweisen werden. Malpe 11. 2.No. 68 gibt Christ's Zeichen verkleinert, und schreibt es dem PaulCreutzberger zu, welcher aber 100 Jahre nach Paludanus lebte, undeines anderen Zeichens sich bediente.
Da wir nun keinen Grund finden, das Zeichen irgend einem hol-ländischen Meister zuzuschreiben, wenn nicht Crispiaen Paludanusdesselben sich bedient hat, so wenden wir uns nach Italien, wo BrulliotI. No. 1422 einen Anhaltspunkt für "das zweite Monogramm gefundenzu haben scheint. Nach der Behauptung dieses Schriftstellers stehtes auf einer in Kupfer gestochenen Copie des Blattes von AgostinoCarracci, welches Orpheus vorstellt, wie er die Euridice aus der Unter-welt zurückführt. Das Zeichen bemerkt man links unten. DiesesBlatt gehört zu den sogenannten kleinen laseiven Stücken, B. No. 123bis 135, und wird von Bartsch No. 123 beschrieben. Es gibt mehrerealte Copien aus dieser Suite, welche vielleicht alle von dem Mono-grammisten C P herrühren. Uebrigens ist auch das Monogramm desPietro Paolo Bonzi in's Auge zu fassen. Wenn es undeutlich ein-radirt ist, könnte man das damit verbundene B leicht übersehen, undsomit C P wie oben lesen. So kräftig erscheint aber Bonzi's Mono-gramm nie.
518. Crispiaen Paludanus von Groningen, welcher um 1540—1550T-v blühte, tritt hier nur vorläufig auf, da Frenzel im CatalogYJ Sternberg III. No. 230 sein aus G P bestehendes Zeichen
x-n /TV in der ersten Form beifügt, so dass eher CP zu lesen ist.vEr/Stf Er nennt den Meister Gaspar oder Gerhard von Groningen,die Blätter des Letzloren sind aber in einer ganz andern Weise be-handelt, als jene des Paludanus. Dieser Meister folgte der Richtungdes Martin Heemskerk. Sein Monogramm, meistens deutlich G P,